Nach Marathon, Zugfahrt mit üblicher Verspätung und viel zu vielen Begegnungen mit Deutschen auf nur 5 km Straßenbahnfahrt saß ich gestern Abend völlig erschossen in einem Restaurant (wahrscheinlich Kategorie II) bei mir um die Ecke und habe versucht meinen Magen mit einem riesigen Schnitzel zufrieden zu stellen. Am Tisch neben mir plötzlich schon wieder Deutsche, ne Schwaben oder so was, jedenfalls versuchte ich unerkannt zu bleiben und bediente mich des tschechischen Idioms. Der Kellner dankte es und sprach mit mir in derselben Weiße, NUR: irgendwie habe ich gar nichts verstanden und antwortete einfach kontextbezogen mit „ano“ oder „ne“. Das Ganze auf die späte Stunde schiebend ging ich zu Bett. Doch heute morgen lief ich prompt dem Hausmeister über den Weg, der sich zu fragen schien wer ich eigentlich bin. Wahrscheinlich hat er mich das auch gefragt, aber ich habe wiederum nichts verstanden. Nur „Entschuldigung, ich nicht verstehen“ genuschelt und nichts wie zur Tür raus. So was sieht bestimmt jeder Hausmeister mit Freuden! Beim Frühstücken dann im Cafe, die Kellnerin, achja…
Mittlerweile ist der Schalter umgelegt. Meine Vermieterin konnte ich zur Vertragsunterzeichnung schon mit meinen Basis-Tschechisch beeindrucken. Danach am späteren Nachmittag habe ich dem Hausmeister dann stolz verkündet, dass ich auch viel mehr verstehe als ich sagen kann. Es geht eben immer nur darum sich eine Geschichte zu erzählen, man muss sie nur noch selbst glauben...
Anmerkung in eigener Sache:
Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer tschechischen Vorausbezahltkarte mit der Nummer +420 776 779 359, mit der ich unglaublich billig SMS schreiben kann. Ihr könnt trotzdem auf meine deutsche Nummer antworten…
akberlin - 25. September, 22:49