Falsche Freunde!
Letzte Woche war bei uns in der Gedenkstätte das Theater Viola aus Prag, welches zu den renommiertesten Stätten für Kleinkunst in der tschechischen Republik gehört. Das Stück war ziemlich interessant, ob es gut war kann ich nicht sagen, dazu habe ich zuwenig verstanden. Die Handlung hangelte sich autobiographisch am Leben der Hauptdarstellerin lang, die aus einer esthnisch-deutsch-jüdischen Familie stammt, in Rußland das Schauspiel erlernte und später in die Tschechoslowakei emigriert ist. Die Schauspielsequenzen wurden zerteilt von einzelnen Einlagen, die ich ohne lange zu überlegen als Kabarett beschreiben würde. Und da lag mein Problem. Auf die Frage, wie es mir gefallen hatte, konnte ich schlecht antworten, dass ich es für eine interessante Mischung von Theater und Kabarett halte. Und so sagte ich meine standardmäßiges "gut" dobře, auch wenn ich damit riskiere, dass die Leute mich für mental zurückgeblieben halten und dann nur noch mit einzelnen Wortfetzen mit mir kommunizieren.
Dass das tschechische Cabaret etwas anderes bedeutet habe ich nämlich schon in meiner zweiten Woche in Prag gelernt. Als ich sagte, ich würde in Berlin durchaus öfters mit Freunden ins Kabarett gehen, erntete ich dafür nur unverständliche bis angwiderte Blicke. Wer einmal nachts über den Wenzelsplatz gelaufen ist, weiß auch warum. Das tschechische Cabaret und Kabarett in Deutschland haben nämlich nur eine Gemeinsamkeit. Am Anfang wird es dunkel. Kurz gesagt:

- Kabarett in Berlin

- Kabarett (Cabaret) in Prag

