Ein Auge auf die tschechische Kultur - Heute: Filme
Anfang diesen Jahres hat nun einer der bekanntesten tschechischen Regisseure - nein, es ist nicht Miloš Forman, der auch einen neuen Film gedreht hat, sondern Jiří Menzel - nach Arbeit von fast einem Jahrzehnt die Verfilmung von Bohumil Hrabals Roman Obsluhoval jsem anglického krále (dt.: Ich habe den englischen König bedient) in die tschechischen Kinos gebracht. Er erzählt die Lebensgeschichte eines tschechischen Kellners, der alles daran setzt Millionär zu werden und dabei mit den Ereignissen der Zeit - Sudetenkrise, Okkupation, Nationalsozialismus, Weltkrieg, Kommunismus, Enteignung - in Verbindung gerät. Es wäre abwertend das Ganze als Forrest Gump des Ostens zu bezeichnen, da zumindest das Buch zu den Klassikern der tschechischen Literatur des 20. Jahrhunderts gehört. Die nackten Tatsachen, an denen auch das Buch nicht arm ist, hat Jiří Menzel ganz in der Tradition älterer Männer, die Filme machen, natürlich großzügig umgesetzt. In der ersten Woche hat der Film hier so viele Zuschauer gehabt, wie noch nie ein tschechischer Film zuvor.
Ich habe den Film leider noch nicht gesehen und ich glaube auch, dass er nicht ganz so toll wird wie einige andere Filme, die ich hier schon gesehen habe. A B E R seine internationale Premiere wird dieser Film im Februar auf der Berlinale feiern, wo er auch als einer der großen Favoriten gehandelt wird. Da das damit einer der wenigen tschechischen Filme ist, der überhaupt irgendwie die deutschen Kinos erreicht, kann ich euch nur empfehlen da hinzugehen und ein echtes Stück tschechische Kultur zu erleben.
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