Ein Auge auf die tschechische Kultur - Heute: Sex
(Lonely Planet Prague, S. 223)Genau! Gerade der erwähnte Einzug in den mainstream ist ein nicht zu übersehendes Phänomen: so werden sogar Holzlacke schon mal mit einer unzureichend begleitenden Frau beworben und von den unzähligen Zeitungsständen guckt einem nicht nur occasional die besagte blanke Brust entgegen und sogar die Wetterfee in den Nachrichten trägt einen Rock der nur ganz knapp oberhalb der Kategorie „breiter Gürtel“ liegt.
Doch auch die Pornoindustrie scheint hier schon zum mainstream zu gehören. Ganz öffentlich preist das Erotic & Video Center in meiner Straße neben diversen Spielzeugen, Cremes, Pharmazeutika und Wäsche auch die "50.000 besten Pornofilme aus Europa, Amerika und Asien“ an. Selbst bei einem überaus engagierten, täglichen Konsum von 3 Filmen, würden ganze 46,8 Jahre benötigt um dieses Sortiment zu sichten...
Doch die erstaunlichste Nachricht brachte neulich die Lidové noviny im Zusammenhang mit der Entdeckung der Pilsener Universität, dass eine ihrer Studentinnen sich als Pornodarstellerin verdingt:Die Hälfte aller tschechischen Pornodarstellerinnen sind Studentinnen.
(Lidové Noviny, 16.02.2007; eigene Übersetzung)Die Tschechen nahmen das – so wie immer – ganz pragmatisch. Oder wie mir einer meiner tschechischen Kommilitonen antwortete: „Na siehst du, jetzt weiß ich wenigstens warum mir einige Frauen hier immer so bekannt vorkommen.“ Aber bevor jetzt alle die Taschen packen um mich an der Uni zu besuchen. Diese Verknüpfung funktioniert nur in eine Richtung, der Umkehrschluss gilt nicht!

