Die Nummer-Zwei-Situation
(Ich sitze in meinem Stammcafe – im siebten Himmel; Enno, da haben wir ganz vergessen vorbei zu schauen – und schreibe am Blog. Am anderen Ende der Lokalität steht, am Tresen, ein rüstiger Mittvierziger, leicht schütteres, blondes Haar, trinkt Espresso und telefoniert. Sonst nur die üblichen Czechen...
Er: (laut) Also komm doch noch hier her, das ist so nen Café in der Nähe von... (schaut sich um) Wo sind wir hier?
(Niemand antwortet ihm, es fühlte sich ja auch keiner angesprochen.)
Er: (laut) Also das ist bei der Brücke, weißt du. (Ja. Das Cafe hier und ungefähr 128 weitere in Prag...)
Er: (laut) Wenn du am Nationaltheater stehst... (Ja. Wärmer!) Und dann... (noch lauter) NEIN. Das Theater am Ufer... GENAU. Und da gehst du dann rüber. (Über das Theater???)
Er: (laut) Auf der linken Seite... (noch lauter) NEIN. Von dir aus links... (Ja von wem auch sonst? Vom Tresen aus gesehen?)
Er: (laut) Und dann... (noch lauter) NEIN. F SÄDMÄM NÄBÄ. (Das tut weh im Ohr!) So ein blaues Schild...
So oder so ungefähr war es... So genau krieg ich das nun auch nicht mehr zusammen. Aber die Kellnerin schaute mich die ganze Zeit vorwurfsvoll an als ob sie zu sagen schien: DU hast die Macht es zu beenden. DU ALLEIN!
Er: (laut) Genau. Hinter der Brücke links in der Straße... (noch lauter) WAS? NEIN! Also nochmal von vorne...
(Doch ich war zu feige...)

