Wa(e)hrhafte Demokratie
Rückblende
Alles begann wie immer, vor allem mit der Unfähigkeit sogenannter Demokraten einen klaren Strich zu ziehen. Für den Jahrestag der Reichspogromnacht am 10. November - im damaligen Sudetenland fand es einen Tag später statt - kündigten tschechische Neonazis eine Demonstration gegen den Irakkrieg durch das jüdische Viertel an. Der Magistrat der Stadt Prag konnte daran natürlich nichts schlechtes finden und gestatte die Demo. Nachdem aber sehr viele andere daran was schlechtes entdecken konnten, meinte der Magistrat was gutes zu tun und die Demo schnell zu verbieten. Mit der vorherigen Zusage aber zogen die Nazis vor Gericht und erklagten sich eine Genehmigung. Die nächste Instanz verbot das dann wieder, die nächste hob es aber wieder auf... Jedenfalls letztendlich wurde die Demo doch noch verboten, allerdings meinten die Nazis: Macht nichts, wir kommen trotzdem. Ihnen in den Weg stellen wollten sich wiederum Anarchisten, Juden, Studenten und sonstige Zeitgenossen.
Vorblende
...die gesamte Innenstadt war abgeriegelt von Polizeieinheiten, teils bepanzert, teils beritten, aber alle sehr martialisch dreinschauend.

- Was das wohl alles gekostet hat...
Irgendwann hieß es dann: Die Nazis kommen und prompt rückten diese freundlichen Jungs an und kreisten die Nazis auf dem Eingang zur juristischen Fakultät ein. Nachdem man dort eine weile den Nazizoo bestaunen konnte, kamen die Anarchisten. Als die dann anfingen Steine und Flaschen zu werfen, zückte einer der Nazis eine Schreckschußpistole und schoß in die Menge. Daraufhin griffen auch noch die berittenen Polizisten ein und euer lieber Erzähler zog sich in eines dieser warmen Prager Cafés zurück, wo man für wenig Geld einen hervorragenden Espresso erstehen kann...

