Wie ick zu eenem kreativen Haarschnitt kam...
Bisher hatte ich bei meinem Friseur des Vertrauens (dem ästhetischen Kosmetiksalon gleich um die Ecke) für 150 Kč pro Schnitt eher gute Erfahrungen gemacht. Doch diesmal war alles anders. Eine ältere, dickliche Frau – die offensichtlich n i c h t der tschechischen Sprache mächtig war – schickte sich diesmal das Werk zu vollbringen. Und das junge, nette Mädchen – was sonst (zu meiner Zufriedenheit) diese Aufgabe übernahm – schlüpfte in die Rolle einer Dolmetscherin.
Was will ich denn beim Friseur?
Doofe Frage. Denselben Schnitt, nur eben kürzer.
(Stefan, der ähnliches durchlebte, 13.01.2007)„Kürzer“, sagte ich jedenfalls auch. Und setzte noch schnell hinzu, „etwas, ein wenig.“ Die nächsten zehn Minuten verbrachte ich dann in Angst um meine Frisur. Sie wurde kürzer und kürzer, auf jeden Fall kürzer als ich es gewollt hatte. Alles in allem nicht so schlecht, aber doch ziemlich kurz für „ein wenig kürzer“. Bulgarisch kurz wahrscheinlich, oder russisch kurz, auf jeden Fall slawisch kurz.
Das wirklich Überraschende kam dann am Ende. Ich sollte diesmal 190 Kč für den kreativen Schnitt bezahlen, nicht die üblichen 150 Kč für den normalen Schnitt. Ok, was war daran kreativ? Dass sie zwei Friseusen brauchten um mir die Haare zu schneiden? Dass wir zusammen mindestens sechs Sprachen konnten, mit einer gemeinsamen Schnittmeere von null? Dass ich trotz allem keine Glatze oder Vokuhila bekommen habe?
Moses? Bist du's?
Das käme nur mit nem vorher-nachher Bild so richtig zum tragen. Wie der-plog schrieb, hat man ja noch Haare, mein Schatz. Nur die Relation des vorhergesagten Schnittes stimmte nicht.


Gestähntniss