Ein (vorerst letztes) Auge auf die tschechische Politik
Der Unterhaltungswert tschechischer Politiker wird erheblich durch ihre Skandalresistenz befördert. Bei uns müssen Politiker für solche Skandale ihren Hut und somit einen viel besser bezahlten Job in der Wirtschaft nehmen. Leider gibt es für tschechische Politiker nicht so viele gut bezahlte Jobs, zum Beispiel an US-amerikanischen Universitäten oder in russischen Erdölfirmen. Deshalb bleibt ihnen nach einem Skandal nur übrig in
Perfektioniert hat diese Sache Jiří Čunek, der im November als Bürgermeister von Vsetín - irgendwo in Mähren nahe der slowakischen Grenze - Blechbaracken bauen ließ um dort die ganzen

- Der Čunek, der weiß wie es nach oben geht!
Ähnlich war es auch beim Mirek. Zwei Tage nach dem seine außereheliche Affäre mit der Vorsitzenden des tschechischen Parlaments bekannt wurde, wurde er offiziell als Ministerpräsident bestätigt. Auch der Václav hatte damals wegen Bestechung das Amt des Ministerpräsidenten aufgegeben um später als Staatspräsident zurückzukehren. Nur der Schorsch hatte wieder mal kein Glück: als ein riesiger Korruptionsskandal seine Partei erschütterte, war für einen Sozialdemokraten gerade keine Stelle in der Regierung vakant - und Parteivorsitzender war er ja nun schon.
Neulich hat man dann beim Čunek eine halbe Millionen Kronen auf dem Konto gefunden, die von einer Baufirma stammten. Er konnte die Aufregung gar nicht verstehen. Dieses Geld habe er angespart, es sei Provision für seine Arbeit gewesen. Jeder hart arbeitende Mensch könnte soviel Geld ansparen! (Auch obwohl dies für einen normalen Czechen vier durchschnittliche Bruttojahresverdienste wären...) Vor gut zwei Wochen wurde er jedenfalls für diese immense Sparleistung belohnt - mit dem Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten. In gut zwei Monaten vom Bürgermeister eines unbekannten südostmährischen Ortes an die Spitze von Partei und Staat, chapeau, Herr Čunek, chapeau!

