Der Krebs der Großstadt
Doch vorgestern, als ich im T-Shirt auf den Stufen des Rudolfinums saß und einfach nur die Sonne genoß, da passierte es. Da habe ich SIE gesehen. Und augenblicklich wurde mir klar, dass ich den nächsten Blog über sie schreiben werde: Touristen!
Sie sind der Krebs Großstadt! Sie fließen durch ihre Adern, teilen sich, bilden Metastasen, Klümpchen, Grüppchen, vereinigen sich wieder und schwellen in ihrem Herzen zu undurchdringbaren Massen an. Sie machen das Leben zu einer Qual. Man möchte sie entfernen, doch sie kämen immer wieder. Aus allen Ecken und Winkeln kommen sie hervor gekrochen, sobald nur der winzigste Sonnenstrahl den Himmel kitzelt... Huch, da ging doch glatt die wieder gewonnene Kreativität mit mir durch! Im Grunde ist der Tourismus doch ein interessantes soziologisches Phänomen der (Post)moderne, denn unabhängig vom Herkunftsland scheinen mir die meisten Touristen ihren gesunden Menschenverstand und ihre guten Manieren einfach zu Hause zu lassen, wenn sie verreisen.

