Nach dem Spiel ist Vor(dem)spiel
Auch hier haben die Deutschen zunächst vorgelegt: Schon am Mittag randalierten 20 deutsche Fans erstmal im Zentrum von Prag. Sie schlugen ein Restaurant kurz und klein sowie noch einige herumstehende Tschechen. Die Polizei griff da gleich beherzt ein und zum ersten Mal seit 62 Jahren floss wieder deutsches Blut über die Pflastersteine des Wenzelplatzes. Für diese Jungs endete das Spiel also vor dem Anpfiff.

- Deutscher? Tscheche? Egal...
Doch nach dem Spiel legten die Tschechen mächtig nach, sogar in Person der Nationalspieler höchstpersönlich. Da sie nicht den Sieg und somit nicht die alleinige Gruppenführung feiern konnte, begossen sie wenigstens noch den Geburtstag von Verteidiger Tomáš Ujfaluši. Die Feier endete damit, dass sich fünf der Fußballer - alles Legionäre im europäischen Ausland - sechs Prostituierte ins Mannschaftshotel bestellten. Da war die Aufregung hier natürlich groß. Unsere Jungs: Deutschland bewältigten sie nicht. Dafür aber sechs Prostituierte.
(Šít, Montagsausgabe; eigene Übersetzung) Und dieses Heimspiel gewannen sie sogar in Unterzahl, möchte man da glatt hinzufügen. Dabei ist die Aufregung eigentlich unverständlich. Denn wenn man bedenkt, dass - wie eine Untersuchung neulich enthüllte - 50% aller tschechischen Männer Sex mit einer Prostituierten hatten oder sich dies zumindest vorstellen könnten, dann liegt die Fußballmannschaft, eine solche bekanntlich aus 11 Freunden besteht, noch 4,55% unterhalb des Durchschnitts! Angesichts des morgen bereits anstehenden Spiels gegen den Fußballgiganten Zypern, aber trotzdem ein heikles Thema. Deswegen bot der tschechische Fußballnationaltrainer Karel Brückner auch schon seinen Rücktritt an...


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