Heute war es wieder soweit. In ein oberflächliches Gespräch verwickelt kam mir über die Lippen, dass ich seit drei Jahren tschechisch lerne. Im selben Augenblick hätte ich mir gleich auf die Zunge beißen können, denn prompt kam die übliche Gegenfrage: Tschechisch? Wieso DAS denn? An dieser Stelle würde ich am liebsten immer das so treffliche Zitat Wilhelm von Humboldts anbringen:Die Erlernung einer fremden Sprache sollte [...] die Gewinnung eines neuen Standpunktes seyn und ist es in der That bis auf einen gewissen Grad, da jede Sprache das ganze Gewebe der Begriffe und Vorstellungsweisen eines Teils der Menschheit enthält. Nur weil man in eine fremde Sprache immer, mehr oder weniger, seine eigene Welt - ja seine eigene Sprachansicht hinüberträgt, so wird dieser Erfolg nicht rein und vollständig empfunden.
(Wilhelm von Humboldt; Gesammelte Werke, 1835)Doch leider kann sich mein Hirn ja nicht mal merken, dass dieses Thema nicht in solche Gespräche über alltägliche Belanglosigkeiten gehört...
akberlin - 4. Oktober, 16:10