Donnerstag, 31. August 2006

The Anglo-American Blog Revisted

Und wieder einmal besiegt das Klischee, der bucklige Verwandte des Vorurteils, die Realität, in der wir uns hier (s)blendend verstehen... Ist es nicht?

Situation I:
Im Unterricht müssen wir zwei Gruppen bilden um Adjektive zu üben. In der einen Gruppe sollen die Deutschen und der Österreicher den typischen Deutschen beschreiben, in der anderen Gruppen beschreiben sich vice a verse die Amerikaner und der Engländer.
Das denkt der Amerikaner dazu: "Germans and Austrians there, Americans and Englishmen here - that's quite familiar. Just a pity we don't have some French or Japanese..."

Situation II:
Wir spielen Fussball und bilden zwei Mannschaften. Einer der Österreicher schlägt vor, dass Deutsche und Österreicher in einer Mannschaft spielen sollten.
Das denkt der Engländer dazu: "Please not, if Germans und Austrians will unite, terrible things could happen..."

Mittwoch, 30. August 2006

The Anglo-American Blog

Nachtrag: Wir machen hier jedes Wochenende organisierte Ausflüge. Das ist vom Anspruch und Ablauf her mit einem Wandertag zu vergleichen. Am Sonntag sind wir nach Štramberk gefahren – einem kleinen Ort in den Bergen von Nordmähren, könnte dem Aussehen nach auch in Bayern, Österreich oder Disneyland liegen…

stramberk

Und wo ich gerade bei Klischees bin: Die Umgangssprache zwischen uns Studenten ist Englisch. Das Englische ist eine Weltsprache, wir können uns nahezu mühelos und unproblematisch untereinander verständigen, zumindest so lange wie kein native speaker dabei ist. Diese versteht man nämlich kaum bis gar nicht. Das ist doch irgendwie seltsam, ist es nicht?
Mein Mitbewohner im Zimmer ist ein rothaariger Engländer und manchmal wenn er redet denke ich, dass ich niemals auch nur eine Stunde Englischunterricht hatte. Eine zähe, unerkennbare Masse aus auoh’s nennt sich dann Englisch. Ihm ist im Übrigen folgendes aufgefallen: Alle Ansprachen und ein Teil der Vorlesungen und des Unterrichts sind hier in Englisch. Aber obwohl fast alle Dozenten sehr gut und deutlich Englisch sprechen, entschuldigen sie sich am Anfang immer erstmal für ihr schlechtes Englisch…
Doch noch nicht genug der Vorurteile: Gerade in dieser beschaulichen, fast disneyesken Stadt fand gerade ein Blasmusikfestival statt - also Volksmusik gemischt mit übermäßigen Konsum verschiedenster Sorten Bier. Dort sind uns dann auch folgende Leute begegnet – breiter Hut, buntes Hemd, Weste, Gürtel mit großer Schnalle, Jeans, Cowboystiefel… Zwei Amerikaner, genauer Texaner aus einer kleinen Stadt nördlich von Austin. Das beschauliche, alte und gemütliche Mitteleuropa trifft auf den texanischen Cowboy. Manchmal kann man sich so etwas selbst nicht ausdenken…

DESHALB VORSICHT KLISCHEE!
Engländer (links), Amerikaner (rechts), Mitteleuropa (überall)

klischee

Montag, 28. August 2006

Scheißkonsum!

So wie sich die Sache entwickelt, sehe ich mich gezwungen härtere Maßnahmen zu ergreifen. Glaubt eigentlich irgendjemand, dass er hier einfach nur konsumieren kann? Jeden Tag einfach eine lustige Geschichte aus einem fremden Land lesen? Neulich habe ich darauf hingewiesen, dass man hier auch kommentieren kann - ich denke das war schon ein Wink mit der gesamten Zaunkollektion eines Baumarktes.

Ich will diese willenlose Konsumhaltung nicht länger tolerieren, deshalb gibt es heute keine Geschichte aus der Tschechischen Republik, sondern aus Polen:
Am Samstag haben wir einen Ausflug nach Teschen gemacht. Diese Stadt ist zweigeteilt in den tschechischen Teil Češký Těšín und den polnischen Teil Ciezcyn. Ja, das kommt manchen vielleicht bekannt vor...
Alles in allem eine nette kleine mitteleuropäische Stadt, also nichts besonderes. Aber die Amerikaner und Engländer aus unserem Kurs sind begeistert davon. Jedenfalls ist das Stichwort "Mitteleuropa": Wir hatten keine Zloty getauscht, da wir nur einen halben Tag in Polen waren. Als wir nun auf den Aussichtsturm wollten, mussten wir 2 Zloty (50 Cent) pro Person bezahlen. Mit einem freundlichen Tonfall sagte ich dem Kassierer, dass wir keine Zloty hätten - nur Dollar, Euro und Tschechische Kronen, doch dies konnte ich nicht mehr anfügen, denn das war es, worauf er wahrscheinlich Jahre gewartet hatte. Endlich kam so ein arroganter und überheblicher "Europäer" in sein Land und versucht den Zloty, DIE letzte Bastion Polens gegen alle schädlichen Einflüsse aus dem Westen, einzurennen. Doch darauf war er vorbereitet: Er setzte ein völlig gleichgültiges Gesicht auf, zuckte mit den Achseln und beachtete mich nicht mehr.
Letztendlich hatte doch einer von uns Zlotys und wir bezahlten dann vorschriftmässig um auf den Turm zu kommen. Seine Geste war allerdings so rabiat, dass ich tatsächlich nicht mit ihm diskutiert habe. Aber warum er nicht mal Kronen wollte, wo die Grenze nur 300 Meter entfernt ist, habe ich bis jetzt nicht begriffen...

Vgl. dazu das Beweißfoto vom besagten Turm: links vom Fluß Polen, rechts vom Fluß Tschechien und direkt in der Mitte - von Bäumen verdeckt - der Grenzübergang:

teschen

Sonntag, 27. August 2006

In der Welt zu Hause???

Wenn ich mir die bisherigen Einträge so anschaue, merke ich, dass man sie auch unter dem Titel "Ich komme aus dem Osten Deutschlands und nun bin ich noch weiter im Osten und entdecke tausend Dinge, die ich von früher kenne und schätze" zusammenfassen kann. Also, nur um es einmal klarzustellen: es geht hier NICHT GEGEN Tschechen oder irgendjemand anders...
Warum sage ich das? Samstag nacht habe ich auf dem Weg nach Hause das erste mal eine Art Fremdenfeindlichkeit selbst erfahren. Das war nicht schön und ich hatte auch etwas Angst. Obwohl ich weiss, dass es alle tun werden, möchte ich doch darum bitten meine Einträge immer mit dem nötigen Augenzwinkern zu verstehen - und natürlich auch stets mit Blick auf unser eigenes Land.

Freitag, 25. August 2006

Alte Bekannte

Wenn man im Ausland alte Bekannte wieder trifft, ist das immer irgendwie ein freudiges Ereignis: Ein kleines bisschen Heimweh, ein kleines bisschen Stolz, ein kleines bisschen Erstaunen…

ten kompjutr – der Computer
ten supermarket – die Tante Reichelt
ten hypermarket – der Kaufpark Eiche
ten šampion – do Schämpien
to krematorium – klar das wir wieder Schuld sind
ten štamgast – meine Lieblingsvokabel
supr – hört man hier ständig
fejn – das noch öfter
ten reférat – davon muss ich eins über Berlin machen¨
ten kliše - davon gibts hier wie überall jede Menge

Apropos Berlin - hier in der Nähe gibts einen Ort namens Odry und wiederum dort in der Nähe entspringt ein kleiner Fluss namens Odra, der sich in der Nähe von Ostrava mit der Ostravice vereinigt und dann über Polen Richtung Deutschland fliesst, um (fast ahnt man es) dasselbige als Oder vom ersteren abzugrenzen. Jaja alte Bekannte im Ausland...

Ansonsten habe ich Dienstag abend einen marokkanischen DJ kennen gelernt, dessen 17jähriger Bruder in Frankreich Rad fährt und der dem Bekunden nach ziemlich gut sein soll (Zweiter der Juniorenrangliste). Sollte man sich den Namen Hassan ben Nasr also für die Zukunft merken???

Donnerstag, 24. August 2006

Die Geschichte geht weiter...

Eigentlich wollte ich mir die guten Geschichten ja aufsparen, damit ich immer etwas zum schreiben habe. Aber es passiert soviel, dass ich mir gar nicht alles merken kann... Ich muss wohl in den nächsten Tagen die Frequenz der Einträge deutlich erhöhen...

Ok, heute erstmal weitere Dinge an denen man erkennt, das man in der Tschechischen Republik ist:

4. Spaghetti(s) werden grundsätzlich 15 Minuten gekocht.

5. Unflexibilität
(Jeder kennt den Einlasser am Matrix, der die Eintrittskarten nimmt, die man vor einem Meter und einer 180 Grad Drehung gekauft hat. Das ist nichts weiter als ein kleines harmloses Überbleibsel unflexibler Osten... Hier müssen wir jeden Morgen in eine Liste eintragen, was wir essen wollen. Die Liste gibt unsere Betreuerin dann MITTAGS (!) im Restaurant ab, wenn wir zum Essen kommen. Ungefähr eine Minute später steht eine Frau am Tisch und möchte wissen, was wir essen. NICHT etwa, weil sie die Liste nicht lesen kann, sondern um abzugleichen ob die Liste und die Wünsche der Gäste übereinstimmen. Ich hatte mich spontan von Spaghetti auf Risotto umentschieden - KEINE CHANCE, nach zweiminütiger Diskussion hatten die Kellnerinnen mich als Übeltäter identifiziert, der es gewagt hat das System zu unterlaufen.)

6. Anscheinend darf man in der Tschechischen Republik - anders als im ganzen Rest von Europa, besonders in Deutschland - NICHT seine Waffen mit in eine Bank nehmen. Oder was will uns dieses Schild wohl sagen?

pistole

7. Bier heißt hier auch Flüssigbrot. Und vier Bier gelten hier auch als vollwertige Mahlzeit. Soweit - so gut, alles wie zu Hause. Aber der Spruch dazu ist wirklich gut: "Wer Hunger hat, hat eigentlich Durst - er weiß es nur nicht!"

8. Vegetarische Kost kommt hier mit Salami und Speck, denn MERKE: Salami und Speck sind kein Fleisch! Hier könnte ich also fast als Vegetarier durchgehen...

Eigentlich sollte es das erstmal gewesen sein, aber gerade kam die Kellnerin und hat abkassiert. WIESO?

9. Das WLan-Cafe schließt um 20.00 Uhr...

Gruss an alle, morgen gehts weiter... (Ich werde oft gefragt, wo man kommentieren kann? Tja, direkt am Ende dieses Satzes, mit anderen Worten: am Ende dieses Satzes hier, genau hier drunter, quasi jetzt sofort im Anschluss...)

Dienstag, 22. August 2006

Ostrau 1. Tag – Ostrava privní den

Wenn Eindrücke neu und zahlreich sind, fällt es doch schwer das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen – sprich: nicht zu langweilen. Deswegen erstmal nur auffallendes… auch optisch.

Drei Dinge woran man erkennt, dass man in der Tschechischen Republik ist:

1. Bei Plus wird in vielfältiger Auswahl das Bier verkauft, was bei uns höchstens Tante Reichelt im Sortiment führt.
2. Die gute alte Tatra-Straßenbahn ist noch auf allen Straßen unterwegs.
3. Jurí Gagarin ist hier noch ein Begriff – oder zumindest der Name eines Platzes…

- Für Geographen: die Ostravice und die Beskiden
ostravice-und-beskiden-jpg

- Für Radfahrer: Ostrau - Was für eine Zielgerade!
ostrava-jpg

- Für Sozialisten: Bergarbeiter, Lehrerin, Aerztin, Bauer
rathaus-jpg

- Für Romantiker: ...am Studentenwohnheim…
sonnenuntergang-de

Samstag, 19. August 2006

Bitte jetzt nicht falsch verstehen, das sieht nur so aus als würd ich gehen!

Mit dem Volksmund könnte man das als Prolog bezeichnen – drei einhalb Wochen Ferienlager ähh Intensivsprachkurs in Mährisch Ostrau ähh Ostrava bis zum 14.09. Sozuagen das Warmfahren für 10 Monate Auslandsaufenthalt in Prag. Um auch einen gewissen Anspruch zu erfüllen, hier nochmal kurz der Gesamtzusammenhang in pädagogisch wertvoller Form:

karte1

So, das wars, mehr gibts heut nicht... Ach eine Frage vielleicht noch, sagen sie...
Haben sie heute schon gedopt?
A dümmeren Frage gibt’s ja net, gell?
Wieso?
Weil du o Arschloch bist, ganz einfach!
Wieso?
Einfach so!
http://youtube.com/watch?v=dthToXcuDQg

der p-log

Mensch, det sieht doch schon wieder nach Regen aus heute...

meene majisterarbeit

Fertig!!!

janz zufällig...

Cimg1926

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bewegt unterwegs...

der senf dazu...

John
Pretty portion of content. I just stumbled upon your...
Smithc642 (Gast) - 25. April, 15:23
Toll
Toller Blog, weiter so!
Stephan (Gast) - 22. März, 11:13
Whaddup?
Hier jeht nix ab ausser der Putz von den Wänden, Mann.
Icke (Gast) - 26. Januar, 17:20
ob hier jemals das naechste...
ob hier jemals das naechste level erreicht wird?
tut nix zur sache (Gast) - 5. Januar, 11:13
Hahahaha...
...Vogel. Aber schicket Rad, Alter. Nimmste mich ma...
Icke (Gast) - 10. Juni, 12:13
Der Schwachsinn liegt...
Der Schwachsinn liegt im Auge des Betrachters... oder...
Student, nicht fußball schauend, spielend oder liebend (Gast) - 20. Mai, 23:17
Schwachsinn
Sowas kann nur jemand schreiben, der nicht weiß wie...
Gina (Gast) - 18. Mai, 15:48
jeschenkt is jeschenkt....
jeschenkt is jeschenkt. mann.aber wahrscheinlich sagt...
wat? (Gast) - 17. April, 23:01
super, anderer leute...
super, anderer leute pfand verzocken
transrapid (Gast) - 12. April, 22:31
senatsausschuss
senatsausschuss
mehr bier (Gast) - 10. April, 19:00

wat ick lese...

niveaulose schwedische Krimis

wat ick höre...

Zu viele Beschwerden darüber, dass hier nichts passiert!

der p.log besuchten...

ick suche...

 

der p-log statistisch

Online seit 7310 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 25. April, 15:23

so was linkes...

blöger & tagebücher www.henningbommel.de Hennes Heimseite www.paddi-mit-i.de
der wo sich ohne y schreibt www.robertwagner.info Nicht der Schauspieler! www.gnatzball.de
na Karstens... web.mac.com/dhfr
der Herr Frank Rolfs twoday.beeen.net
ta včeeela uppsuli.twoday.net
Neues aus äh... also von Ulli (mit zwei L) www.myspace.com/klemmi1
Klemmi auf Tour

radsportive neuigkeiten www.cyclingnews.com
Denn Wissen ist Macht. www.radsportnews.com
Denn Halbwissen macht nichts.

ostmitteleuropäische neuigkeiten www.pragerzeitung.cz
Der Name ist Programm. www.praguepost.com
The Czech Republic in the World.
www.budapester.hu
Wie in Prag nur in Budapest. www.budapestsun.com
Gulasch & Co. www.slovakspectator.sk
Der Beobachter der Slovakei. www.warsawvoice.pl
In der Welt daheim, in Warschau zu Hause.

pailos netztipps www.stupipedia.org
Die Wikipedia für Arme. www.lidice-memorial.cz
Wo ich praktizierte...

linkes für pokročilé... slovnik.seznam.cz
Tschechisch-Fremdsprache, Fremdsprache-Tschechisch
Vyborně!
www.reflex.cz
Reflex. Spolčenský Týdeník.
Der Spiegel. Nur besser! ...und billiger.
www.respekt.cz
Respekt. Časopis.
DIE sehr respektable WochenZEITschrift...
www.radio.cz
Die tschechische Welle Alles was ihr schon immer über Tschechien wissen wolltet, aber euch nie zu fragen trautet. Sogar in Deutsch!
www.blisty.cz/
Mlada Fronta Dnes Online Alles, über das tschechische Zeitungen nicht schreiben

kommerzielles www.bikekult.de
DER Radladen in Berlin. www.csm.de
Sportler aus erster Hand...