Montag, 25. Dezember 2006

Ein Auge auf die tschechische Kultur - Heute: Weihnachten

Eigentlich pflegen die Czechen die allergrößten Atheisten nach den Ostdeutschen zu sein - Weihnachten (vanoce) wird aber auch hier gefeiert, begleitet von einer Menge lustiger Bräuche:
Am Heiligen Abend (štědrý večer) wird zum Beispiel solange nichts gegessen, bis man ein goldenes Schwein sieht, welches einem für das nächste Jahr Glück bringt. Ob diese Halluzinationen davon kommen, dass man das Essen durch Alkohol ersetzt oder man einfach nur am Rande des physischen Zusammenbruchs ist, kann ich allerdings nicht endgültig sagen. Jedenfalls kommt - wie auch im südlicheren Teil unserer Republik - danach das Christkind (ježiška) und bringt Geschenke, wofür man die Tür extra einen Spalt offenlassen soll. Ich hatte eigentlich immer den Eindruck, dass genau das Gegenteil passiert, wenn ich in Tschechien meine Tür offen lassen würde, aber ok... Jedenfalls, das Beschenken wird dann von Liedern und Gedichten begleitet, wie man nach Betlehem (manchen eher bekannt als بيت لحم) zieht um den kleinen Jesus zu wiegen und ihm irgendwelche Vögel zu bringen, die ihm was vorsingen sollen... (gähn)
...spätestens an der Stelle hatte ich nicht mehr so genau aufgepaßt im Unterricht, aber danach werden noch Schuhe hinter sich geschmissen, Zwiebel zerschnitten und Fischschuppen unter Teller gelegt. Der genaue Sinn hat sich mir da auch nicht erschlossen, im Prinzip ging es immer darum irgendwie das nächste Jahr vorauszusehen. Wie gesagt, für so ungläubige Leute wie die Czechen besteht Weihnachten aus mir unverständlich vieler Religion und Aberglaubem. Auch versteh ich nicht wie das Christkind Geschenke bringen kann, wenn es gleichzeitig irgendwo im Westjordanland in einer Wiege liegt, zu der man nach eigenem Bekunden ziehen möchte, während die Wohnungstür offen ist. Da ist unsere Variante mit dem Weihnachtsmann viel einleuchtender und sicherer, vor allem weil der alte Mann wahrscheinlich eher arbeitsteilig mit seinem Azubi Rupprecht und dem Gesellen Nikolaus die Geschenke unters Volk bringt. Und das ist doch, worauf es Weihnachten wirklich ankommt, oder?

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen, die schon hier waren und die noch herkommen werden, ein besinnliches und - wie auch Joseph Alois heut vormittag meinte - gesegnetes Weihnachtsfest!

Donnerstag, 21. Dezember 2006

WAFFELogie

Ein Punkt, der mir schon lange auf dem Herzen brannte, jetzt hab ich endlich Zeit in nachzuholen. Aber wo soll ich diesen Punkt hinpacken? Er gehört genauso gut zu den Wundern der tschechischen Technik wie zu den Punkten, an denen man merkt, dass man in Tschechien ist… Na ja, erstmal nen Foto.

waffel-richtig
Mmhhhh... WAFFELN...

So, eigentlich beschreibt sich das schon sehr gut von selbst, oder? Aber ich bin so furchtbar neurotisch, dass ich das nicht einfach so stehen lassen kann:

20. Waffeln (= Wunder der tschechischen Technik VII)

Davon gibt es hier alle Arten und Sorten, eine schmeckt besser, als die andere heißt. Ich bevorzuge die Marke Tatranka aus dem oberen Preissegment des Waffelmarktes. Natürlich ist sie mit 5,90 Kč (0,18 €) deutlich teurer als die herkömmlichen tschechischen Waffeln, aber diese Ausgabe lohnt sich. Dagegen stinkt jedes KitKat Chunky ab, wirklich! Wenn man mit einem leichten Hungerast im Tesco steht, dann schweift der Blick ungeduldig suchend über Snickers, Twix (was früher bekanntlich Raiders hieß), Mars, Bounty und andere hinweg, bis endlich das Waffelregal erreicht ist. Der wirkliche Knackpunkt ist dann zu entscheiden, welche man eigentlich nimmt – die mit dunkler Schokolade, die mit weißer Schokolade, die mit Nusscreme oder die mit Vollmilch? Man muss sie einfach alle haben!

Pailos Tipp:
Vorsicht. Waffel ist nicht gleich Waffel. In letzter Zeit sind vor allem in der Mensa minderwertige Waffeln aus der Türkei aufgetaucht. Was ein Kenner auf dem ersten Blick erkennt, erschließt sich dem Laien leider erst beim Essen. Deshalb Finger weg von Waffeln unbekannter Herkunft mit ungewöhnlich vielen ö und ü auf der Verpackung!

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Aus den Prager Straßen...

Die wirklichen Feinheiten eines fremden Landes oder einer fremden Stadt lernt man erst kennen, wenn man eine längere Weile dort gelebt. Eine Sache ist mir bereits am ersten Tag aufgefallen und trotzdem kann ich mich bis heute nicht daran gewöhnen: In Tschechien ist es meist ungefährlicher irgendwo über die Straße zu laufen, als über den Zebrastreifen. Die hierfür im Tschechischen verwendete, recht farblose Bezeichnung přechod (Übergang), weißt - im Gegensatz zu dem bei uns geläufigen Fußgängerüberweg - schon recht deutlich daraufhin, dass ein Fußgänger hier eigentlich nichts zu suchen hat. Der gemeine czechische Autofahrer scheint die für ihn vertikal und parallel über die Straße verlaufenden weißen Streifen für so eine Art Beschleunigszone zu halten. Jedenfalls gibt er von dem Moment, wo ihm diesselbigen vor der Karosse erscheinen, tüchtig Gas bis er sie endlich hinter sich weiß. Für einen durchschnittlichen westmitteleuropäischen Fußgänger wird das Überqueren der Straße hier zu einer schier unberechenbaren Aufgabe, da die auf konstanter Geschwindigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer beruhenden Erwartungswerte außer Kraft gesetzt sind. Wehe dem, der es wagt einfach loszulaufen ohne vorher alle Autos vorbeizulassen. Wehe dem, der hier einfach aus purer Gewohnheit auf Straße rennt...

Montag, 18. Dezember 2006

Zurück in den Sozialismus – Teil 2

Hat sich eigentlich schon mal jemand gefragt wie blödsinnig Ein- und Zweipfennigcentstücke sind? Nun die Czechen haben so etwas Ähnliches. Die wirtschaften mit Zehn-, Zwanzig und Fünfzighellerstücken, was ungefähr 0,0035 €, 0,0071 € und 0,0178 € sind. Und sie benutzen diese mit genau solcher Inbrunst wie wir Deutschen unser Kleinstgeld. Aber wenn man an der Kasse steht und sein Restgeld in Zehnhellerstücken bekommt, da fragt man sich schon, was das eigentlich alles soll. Aber das Beste daran: All diese Hellerstücke sind, wie die gute alte Ostmark, aus Aluminium. Sie beschweren also nicht nur nicht das Portmane Portmone uhm Portmaine – also das, wo das Geld reintun kommt – sondern sind auch genauso viel, nämlich nichts, wert!

geld

19. Wertloses Alugeld

Pailos Tip: In diesem Fall ist es übrigens mal sehr von Vorteil als Ausländer erkannt zu werden. Bei Ausländern wird in der Tschechichen Republik nämlich das Wechselgeld gerne großzügig einbehalten...

Samstag, 16. Dezember 2006

Geburstagskind des Monats

Heute möchte ich die Aufmerksamkeit des geneigten Lesers - entgegen der Intention dieses Kommunikationsmittels - zurück nach Berlin lenken. An diesem Tag begeht dort nämlich einer der Leser der ersten Stunde seinen Geburtstag. Bedauerlicherweise kann der p-log aus transporttechnischen Gründen nicht dabei sein, aber möchte ihm an dieser Stelle trotzdem alles Gute wünschen...

enrigo

...genau, alles Gute auf dem weiteren Weg mein Freund - ich hoffe, dass wir innerhalb einer Jahresfrist wieder ein Stück davon zusammengehen werden! Mach dir ne schöne Geburtstagsfeier, aber pass bitte auf, dass in meinem Zimmer nicht geraucht wird.

Pailos Tip:
Wer jetzt noch ein passendes Geschenk sucht, meiner Meinung nach ist da ein beliebiger Havanna Club von 1 bis 15 Jahren eine gute Idee.

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Wunder der tschechischen Technik V

WAS: ne hebräische Uhr
WO: an der Hohen Synagoge, gegenüber der Altneusynagoge, eine der ältesten Synagogen Europas, ganz in Sichtweite der Klausensynagoge, in der verlängerten Straße der Maiselsynagoge, unweit von der Pinkasynagoge und der Spanischen Synagoge im alten jüdischen Viertel der Josefsstadt (Josefov), einem der fünf alten Stadtteile Prags, in dem alle Synagogen bis auf die Jerusalemsynagoge liegen.
WIE: eine normale Uhr, nur eben andersrum, dass heißt rechtsruuuuu ähh linksrum

uhr
Oben rechtsrum, unten linksrum (umgekehrt wars im Sozialismus…)

Weird, wie der Brite sagt, (+1) und ähh naja eine Uhr halt (+0). Hab ich aber noch nie gesehen (+2)… Doch ich meine wie groß kann der Nutzen einer falsch herum laufenden Uhr schon sein? Das müssen die selbst eingesehen haben, ansonsten hätten sie nicht die andere Uhr da drüber gemacht (-1). Aber aus Gründen der „political correctness“ (+1).

GESAMTNUTZEN: *** (3 Sterne)

Dienstag, 12. Dezember 2006

Zurück in den Sozialismus – Teil 1

Sozialismus, Osten, Mahlzeiten. Wenn ich dazu einleitend mal auf die Gedanken eines guten Freundes zurückgreifen dürfte:
Im Osten, da herrscht noch eine gewisse Grundordnung!

(www.henning-bommel.de,
Kommentar zum Bild des Monats, Juni 2006)
Genau, dem kann ich mich nur anschließen. Veränderungen gefallen nicht, vor allem nicht beim Essen. Hier in Prag ist jeder Besuch der Mensa wie eine Zeitreise zurück in den Sozialismus: Sobald man das Gebäude betreten hat, muss man sich gleich an der ersten Schlange anstellen. An deren Ende tauscht man dann eine Essenberechtigungsmarke des laufenden Monats gegen Bezahlung von 29,50 Kč (1,05 €) in eine Essenmarke für den laufenden Tag um. Mit dieser neuen Marke geht es dann zur nächsten Schlange. Wo man die Marke einer Frau in die Hand gibt, die einem dafür mit angedeutetem Kopfnicken den Zutritt zum Allerheiligsten – der Essenausgabe – gewährt. Doch halt! Vorher sollte man schnell noch einen Blick nach links werfen, nicht weil dort irgendwo ein Essensplan von heute aushängt, nein, sondern weil da in einer Vitrine Teller mit den verschiedenen Gerichten (mit kleinen Nummerchen versehen) stehen, zwischen denen man heute wählen kann. Die Fantasie, die man bei uns zur Vorstellung der Mahlzeit aufwenden musste, ist hier also unnötig. Nun trennt einen auch nur noch eine Schlange davon wirklich eines dieser Essen, sowie eine Suppe und eine Waffel, zu erhalten. Sollte man diese geschafft haben, kann man dann auch noch - freiwillig - an einer vierten Schlange lauwarmen Tee in süß oder bitter dazunehmen. Und natürlich – welch sentimentale Erinnerung – das traditionelle Alubesteck darf man auch nicht vergessen.

Wenn man alles richtig gemacht hat, sollte das am Tisch dann so aussehen (man beachte das Alubesteck links oben)!

mittach

18. Nach drei obligatorischen Schlangen, zwei Essenmarkenarten und unzähligen dicken Essenfrauen mit ärmellosen Schürzen hat man tatsächlich für einen knappen Euro ein komplettes Menü bekommen, welches man mit seinem Alubesteck essen kann. Sozialistisch ähh sauber!

Pailos Tipp: Immer das Knödelgericht nehmen. Denn Knödel scheinen nach allgemeiner Ansicht das einzige Nahrungsmittel in ganz Tschechien zu sein, das ohne Unmengen von Fett, Knoblauch oder Kümmel zubereitet wurde.

Samstag, 9. Dezember 2006

der p-log EXKLUSIV *** Fuentes auf Mallorca? ***

(Berlin/Prag, PND) Die böswilligen Anschuldigungen, die seit Monaten durch die Radsportkreise ziehen, haben nun ein neues Opfer gefunden. Nachdem schon mit Jan Ullrich einer der Sympathieträger des deutschen Radsports ohne jegliche Beweiße vom Rennzirkus ausgeschlossen wurde, droht nun ein weiterer großen Rennfahrer in die Fluten von fraglichen Unterstellungen und unerwießenen Vorwürfen gerissen zu werden!
Zwei Blutbeutel sollen angeblich einen bekannten einheimischen Radsportler schwer belasten, der noch unlängst auf einem Mountainbikelehrgang im Osten der Republik weilte. Einen Namen wollte die spanische Guardia Civil auf Anfragen von der-plog nicht nennen. Allerdings seien die Beschriftungen der Beutel - el hijo grande gualberto pueblo und el bello enrique - eindeutig. Durch weitere, angeblich belastende Unterlagen, die ein extra eingesetztes Fahndungskommando in der Wohnung des Beschuldigten konfizierte (siehe Foto), unterstellen sie ihm zumindest im Frühjahr diesen Jahres mit dem spanischen Doktor Eufemiano Fuentes Rodríguez zusammengearbeitet zu haben.

tagebuch1b
- Training oder Doping? Eine Parallele zum Fall Hamilton?

Der Beschuldigte, der am Ende dieses Jahres seine Karriere sowieso beenden wollte, war bisher noch zu keiner Äußerung bereit. Auch scheint es sich hierbei nur um eine weitere unmenschliche und mitleidlose Tat nur allzu bekannter Kreise zu handeln, die einer Hexenjagd gleich den Radsport kaputt machen wollen. der p-log distanziert sich aufs schärfste von dieser bestalischen Kampagne und spricht allen Radsportlern - auch ohne DNS-Probe - sein uneingeschränktes Vertrauen aus.

der p-log

Mensch, det sieht doch schon wieder nach Regen aus heute...

meene majisterarbeit

Fertig!!!

janz zufällig...

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bewegt unterwegs...

der senf dazu...

John
Pretty portion of content. I just stumbled upon your...
Smithc642 (Gast) - 25. April, 15:23
Toll
Toller Blog, weiter so!
Stephan (Gast) - 22. März, 11:13
Whaddup?
Hier jeht nix ab ausser der Putz von den Wänden, Mann.
Icke (Gast) - 26. Januar, 17:20
ob hier jemals das naechste...
ob hier jemals das naechste level erreicht wird?
tut nix zur sache (Gast) - 5. Januar, 11:13
Hahahaha...
...Vogel. Aber schicket Rad, Alter. Nimmste mich ma...
Icke (Gast) - 10. Juni, 12:13
Der Schwachsinn liegt...
Der Schwachsinn liegt im Auge des Betrachters... oder...
Student, nicht fußball schauend, spielend oder liebend (Gast) - 20. Mai, 23:17
Schwachsinn
Sowas kann nur jemand schreiben, der nicht weiß wie...
Gina (Gast) - 18. Mai, 15:48
jeschenkt is jeschenkt....
jeschenkt is jeschenkt. mann.aber wahrscheinlich sagt...
wat? (Gast) - 17. April, 23:01
super, anderer leute...
super, anderer leute pfand verzocken
transrapid (Gast) - 12. April, 22:31
senatsausschuss
senatsausschuss
mehr bier (Gast) - 10. April, 19:00

wat ick lese...

niveaulose schwedische Krimis

wat ick höre...

Zu viele Beschwerden darüber, dass hier nichts passiert!

der p.log besuchten...

ick suche...

 

der p-log statistisch

Online seit 7309 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 25. April, 15:23

so was linkes...

blöger & tagebücher www.henningbommel.de Hennes Heimseite www.paddi-mit-i.de
der wo sich ohne y schreibt www.robertwagner.info Nicht der Schauspieler! www.gnatzball.de
na Karstens... web.mac.com/dhfr
der Herr Frank Rolfs twoday.beeen.net
ta včeeela uppsuli.twoday.net
Neues aus äh... also von Ulli (mit zwei L) www.myspace.com/klemmi1
Klemmi auf Tour

radsportive neuigkeiten www.cyclingnews.com
Denn Wissen ist Macht. www.radsportnews.com
Denn Halbwissen macht nichts.

ostmitteleuropäische neuigkeiten www.pragerzeitung.cz
Der Name ist Programm. www.praguepost.com
The Czech Republic in the World.
www.budapester.hu
Wie in Prag nur in Budapest. www.budapestsun.com
Gulasch & Co. www.slovakspectator.sk
Der Beobachter der Slovakei. www.warsawvoice.pl
In der Welt daheim, in Warschau zu Hause.

pailos netztipps www.stupipedia.org
Die Wikipedia für Arme. www.lidice-memorial.cz
Wo ich praktizierte...

linkes für pokročilé... slovnik.seznam.cz
Tschechisch-Fremdsprache, Fremdsprache-Tschechisch
Vyborně!
www.reflex.cz
Reflex. Spolčenský Týdeník.
Der Spiegel. Nur besser! ...und billiger.
www.respekt.cz
Respekt. Časopis.
DIE sehr respektable WochenZEITschrift...
www.radio.cz
Die tschechische Welle Alles was ihr schon immer über Tschechien wissen wolltet, aber euch nie zu fragen trautet. Sogar in Deutsch!
www.blisty.cz/
Mlada Fronta Dnes Online Alles, über das tschechische Zeitungen nicht schreiben

kommerzielles www.bikekult.de
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