Montag, 15. Januar 2007

Wie ick zu eenem kreativen Haarschnitt kam...

Vielleicht wird jetzt manch einer sagen, dass der p-log nichts interessantes mehr zu Stande bringt seit dem neuen Jahr und dass er jetzt schon anfängt über das Haareschneiden zu erzählen. Mh... Stimmt! Aber in einem Land, wo die durchschnittliche Frisur der Bevölkerung aus Glatze oder Vokuhila besteht, kann dies zu nervenaufreibenden Begegnungen zu führen.
Bisher hatte ich bei meinem Friseur des Vertrauens (dem ästhetischen Kosmetiksalon gleich um die Ecke) für 150 Kč pro Schnitt eher gute Erfahrungen gemacht. Doch diesmal war alles anders. Eine ältere, dickliche Frau – die offensichtlich n i c h t der tschechischen Sprache mächtig war – schickte sich diesmal das Werk zu vollbringen. Und das junge, nette Mädchen – was sonst (zu meiner Zufriedenheit) diese Aufgabe übernahm – schlüpfte in die Rolle einer Dolmetscherin.
Was will ich denn beim Friseur?
Doofe Frage. Denselben Schnitt, nur eben kürzer.
(Stefan, der ähnliches durchlebte, 13.01.2007)
„Kürzer“, sagte ich jedenfalls auch. Und setzte noch schnell hinzu, „etwas, ein wenig.“ Die nächsten zehn Minuten verbrachte ich dann in Angst um meine Frisur. Sie wurde kürzer und kürzer, auf jeden Fall kürzer als ich es gewollt hatte. Alles in allem nicht so schlecht, aber doch ziemlich kurz für „ein wenig kürzer“. Bulgarisch kurz wahrscheinlich, oder russisch kurz, auf jeden Fall slawisch kurz.
Das wirklich Überraschende kam dann am Ende. Ich sollte diesmal 190 Kč für den kreativen Schnitt bezahlen, nicht die üblichen 150 Kč für den normalen Schnitt. Ok, was war daran kreativ? Dass sie zwei Friseusen brauchten um mir die Haare zu schneiden? Dass wir zusammen mindestens sechs Sprachen konnten, mit einer gemeinsamen Schnittmeere von null? Dass ich trotz allem keine Glatze oder Vokuhila bekommen habe?

Mittwoch, 10. Januar 2007

Aus der Gemeindechronik von Lidice

Die Aufgabe ein ganzes Dorf von der Landfläche verschwinden zu lassen, hat die deutsche Besatzungsmacht im Protektorat sehr ernst genommen. Alle Häuser wurden zunächst abgebrannt, dann gesprennt und zum Schluß der Schutt abgetragen.

vorher1
- Die St. Martin Kirche vor dem alten Getreidespeicher

nachher
- Die Fundamente der St. Martin Kirche und der neue Bach

Aber dann noch den Teich trockenzulegen, den Bach umzuleiten und auf dem Friedhof alle Leichen auszugraben und Grabsteine wegzureißen, nur um den Ort ein für alle mal von der Landkarte verschwinden zu lassen. Das schafft doch nur eine wahrhaft neurotische Natur. ...und der Führer hatte es befohlen.

Dienstag, 9. Januar 2007

Universitas Carolina

Meine letzte Prüfung für dieses Semester, die hoffentlich gleichzeitig die letzte Prüfung des Studiums sind wird - bis zur endgültigen Abschlussprüfung - liegt hinter mir. ...und was soll ich sagen, es war die einfachste Prüfung, die ich je hatte. Zuerst haben wir fünf Minuten über Halle geplaudert, wo er mal drei Jahre gearbeitet hat. Dann hat er mir zwei Fragen gegeben und ist rausgegangen. Nach zehn Minuten Vorbereitungszeit kam der pane profesore dann in den Raum zurück und als ich anfing zu erzählen, guckte er nur auf meine Notizen und meinte: "Das reicht. Ausgezeichnet." Es wird wahrscheinlich schwerer werden und mehr Arbeit machen, diese Prüfung in Deutschland anerkennen zu lassen, als sie mit vyborně zu bestehen. Und da fragt sich noch jemand, warum keiner der Erasmusstudenten hier das Studium ernst nimmt...

strassenschild
...da gibt es in den Straßenzügen von Prag ja mehr zu lernen.

Pailos Tip: Ich find das ja wirklich toll, dass mal endlich jemand den SMS-Service benutzt hat und mir gleich vier zusammenhängende Kurznachrichten zukommen ließ. Nur... Das nächste mal kannst du bitte mal deinen Namen drunter schreiben, denn ich kenne nicht nur einen Ossi, der sich von Zeit zu Zeit in den Niederlanden rumtreibt.

Sonntag, 7. Januar 2007

Ein Auge auf die tschechische Kultur - Heute: Geschichte

Es wäre natürlich vermessen, hier eine Abhandlung über die tschechische Geschichte anbieten zu wollen. Ich möchte vielmehr einen kleinen Ausschnitt beleuchten, mit dem ich zumindest die nächsten Wochen etwas näher in Verbindung stehen werde, denn morgen beginne ich ein sechswöchiges Praktikum in Gedenkstätte und Museum von Lidice.

Und dazu jetzt die kurze historische Einführung: Die tschechoslowakische Exilregierung in Großbritannien hatte 1942 einige Soldaten ins Protektorat Böhmen und Mähren geschickt, um eine Widerstandszelle aufzubauen. Nachdem diese am 27. Mai den SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, der Leiter des Reichssicherheitshauptamtes und gleichzeitig stellvertretender Reichsprotektor war, in Prag tödlich verwundet hatten, wurde das Dorf Lidice als Objekt der Rache auserkoren. Am 09. Juni kreisten SS- und Gestapoeinheiten das Dorf ein und machten es dem Erdoboden gleich. Die Männer wurden sofort erschossen, die Frauen und Kinder ins KZ gebracht - zur "Spezialbehandlung". Deutsche Gründlichkeit eben.

An dieser Stelle werde ich praktizieren und bin auch schon ziemlich gespannt darauf. Wer noch mehr wissen will und vorab auch Bilder sehen möchte, sollte hier nachschauen (besonders die Diskussion ist - wie fast immer eigentlich - zu empfehlen):
http://de.wikipedia.org/wiki/Lidice

Donnerstag, 4. Januar 2007

Der Opportunismus der Anderen

Die Prager Verkehrsbetriebe haben unzählige Ticketschalter über die Stadt verteilt, fast an jedem U-Bahnhof findet sich einer. Doch von diesen unzähligen Schaltern, gibt es nur zwei (sic!) in dieser Millionenstadt, an denen man Zeitkarten aller Art und Sorten erwerben kann. Durch den Jahreswechsel bedingt ist der Andrang besonders hoch, da mit dem alten Jahr die Monats-, die Quartals- und die Jahreskarten ausgelaufen sind. Drei Tage habe ich mich dagegen gewehrt in der Schlange der Opportunisten vorm Ticketschalter zu stehen. Heute morgen war mein für die Ticketautomaten benötigtes Kleingeld zu Ende und damit auch meine Prinzipientreue. Nun bin ich wieder stolzer Besitzer einer studentska, des Qurtalstickets für Studenten. Aber um welchen Preis? Um welchen Preis...

Mittwoch, 3. Januar 2007

Neues Jahr, alte Beschwerden?

Man möchte das neue Jahr ja nicht gleich wieder mit Beschwerden beginnen – zumindest nicht nachdem es so gut angefangen hat. Also werde ich nicht erwähnen, wie ich vorgestern Abend nach Hause kam und kein Restaurant offen hatte, wo ich in Ermangelung von Nahrungsmitteln in meinen Kühlschrank dieselbigen bereits zubereitet käuflich erwerben konnte. Kein Wort von meiner Nachbarin, die schon wieder irgendwelche ekligen Sachen gekocht hat, nach denen der ganze Flur stinkt. Und ich werde auch nicht sagen, dass die Universität gestern entgegen anders lautender Aussagen einfach noch einen Tag länger Ferien gemacht hat, genauso wie mein Bäcker und mein Lieblingscafé unten an der Ecke, wo ich immer der p-log schreibe. Auch von den Schlangen vor dem Ticketschalter und im Tesco, wo ich wieder mal den halben Nachmittag verbracht habe, werde ich hier nichts erzählen. Repetita non placent!
G. J. Caesar
Denn plötzlich sieht das neue Jahr ganz verdächtig wie das alte aus! Woher kommt eigentlich der Glaube, dass im neuen Jahr alles anders wird? Und wenn der Glaube schon mal da ist, wieso bleibt er nicht etwas länger?

neues-jahr

Freitag, 29. Dezember 2006

Der große der p-log Jahresrückblick

Ein Jahresrückblick gehört mittlerweile schon zum guten Ton aller größeren bundesdeutschen Medien. Und das ist auch gut so... Wer kann und will sich auch andauernd an den ganzen Schwachsinn erinnern, der innerhalb eines Jahres passiert ist (, falls er ihn überhaupt mitbekommen hat)? Dafür haben wir doch Günter Jauch, RTL und spiegel-online. Jedenfalls möchte der der p-log hinter diesen intellektuellen Giganten unserer Medienlandschaft nicht anstehen und hat deshalb einen eigenen Jahresrückblick erarbeitet - gewissermaßen die kommentiererten Top Zehn aus dem schon fast vergangenen Jahr - für alle die das schon fast wieder vergessen hatten...
  1. 29.10. Ein Auge auf die tschechische Kultur – Heute: Frauen
    http://plog.twoday.net/stories/2866392/
    Ein unerreichter Rekord an Kommentaren, wahrscheinlich hätte dafür auch nur das Bild ausgereicht. Tja, was tut man nicht alles für die Völkerfreundschaft...

  2. 10.10. Mein Haus, mein Zimmer, meine Putzfrau
    http://plog.twoday.net/stories/2774760/
    Hier hatte sich erstmals erwießen, dass die Suppe auch ausreichend gewürzt werden muß, wenn man für mehrere Personen kocht.

  3. 05.09. "Bring Bier mit"-Bierphilosphie
    http://plog.twoday.net/stories/2629409/
    Fast schon ein Klassiker. Aber der Stef hat bis heute sein Bier nicht bekommen, tut mir leid.

  4. 26.10. Die LISTE continues…
    http://plog.twoday.net/stories/2853665/
    Die Kultur ist wie immer knapp am Podium vobeigeschrammt. Aber gegen Frauen und Alkohol kann man auch auf den vierten Platz stolz sein.

  5. 01.12. Zugriffstatistik NOVEMBER
    http://plog.twoday.net/stories/3005832/
    Der Beweiß, dass man aus nichts Quote machen kann - das ist kein Privileg des deutschen Privatfernsehens!

  6. 04.09. Dreimal UNESCO Weltkulturerbe in einem Text
    http://plog.twoday.net/stories/2624920/
    Damals hatte ich mich noch nicht für die Niederungen des Großstadtlebens interessiert und bin noch als eine Art Kulturjunkie durch das Land gezogen.

  7. 28.08. Scheißkonsum!
    http://plog.twoday.net/stories/2591443/
    Ein Immergrün. Könnte ich jede Woche wieder reinsetzen, denn daran hat sich nicht allzuviel geändert ;-)

  8. 08.10. Radfahren...
    http://plog.twoday.net/stories/2774720/
    ...spricht für sich selbst.

  9. 08.09. Stodolni - die Strasse, die niemals schläft
    http://plog.twoday.net/stories/2644364/
    Boh, war die schlecht. Nicht das es in Prag besser wäre, aber... DOCH, es ist in Prag besser. Glücklicherweise!

  10. 26.09. Die goldene Stadt
    http://plog.twoday.net/stories/2724521/
    Von oben sieht immer alles besser aus. Genauso wie im Sommer und am Anfang. Meine jetzige Umschreibung von Prag hätte mehr mit Dieben, Ineffizienz und Unfreundlichkeit zu tun.
Allen, die ich bis dahin nicht mehr sehen sollte, wünsche ich an dieser Stelle schon mal einen schönen Jahreswechsel. Leider werde ich auch gleich mit dem neuen Jahr wieder meinen Aufenthaltsort (zurück-)wechseln, weshalb ich hoffe auch zukünftig von dem einen oder anderen an entsprechender Stelle was lesen zu können.

So, also ich bin jetzt nicht mehr bereit vollständige Sätze zu.

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Gehöranarchieprotestblog

Das Leben im Ausland stumpft ab. Das Vokabular meiner eigenen Sprache wird kleiner, es fallen mir stattdessen englische oder tschechische Vokabeln ein, und selbst bei angestrengtestem Überlegen sind diese Wörter für mich einfach unübersetzbar. Sogar das Wörterbuch meines Handys scheint schon eine Menge deutsche Wörter vergessen zu haben!
Doch das schlimmste ist, dass ich das Weghören verlernt habe. Nachdem ich in Prag gelernt hatte deutsche Touristengruppen von weitem zu erkennen und so zu umgehen, bewegte ich mich in einer mir fremdsprachigen Welt, die ich ohne Konzentration auf das Gesprochene einfach nicht verstehe. Klar, ab und zu versteh ich auch ohne zuzuhören ein paar Worte auf Tschechisch, aber eben keine ganzen Dialoge. So konnte ich morgens ganz entspannt zu Uni gehen und fahren ohne vom verbalen Müll meiner - nun ja - "Mit"menschen belästigt zu werden. Doch als ich letzte Woche in Berlin das erste mal wieder die S-Bahn bestieg, da war es um meine Ruhe geschehen. Meine armen Ohren, sie konnten sich nicht wehren, den ganzen gesprochenen Unsinn direkt in mein Kleinhirn einzuleiten, wo die Sätze auf ungewohnte Weise automisch einen Sinn ergaben... Der Czeche würde das Gehörte eindrücklich horem padem nennen und der Anglosprachige wahrscheinlich helter skelter, aber wieder sehe ich mich nicht im Stande eine adäquate Übersetzung zu bieten. Doch wer jemals die Konversation von genervten Reisenden, nörgelnden Rentnern, pubertierenden Jugendlichen, erstaunten Touristen, aufgebrachten Hausfrauen und abgeklärten Yuppies verfolgt hat, kann sich vorstellen wie dieser Gehirngulasch zusammengemischt ohne Abwehrmechanismen wirkt.
Und das prangere ich an, das stelle ich zur Diskussion. Irgendwer ist Schuld daran, dass ich nicht mehr weghören kann.

der p-log

Mensch, det sieht doch schon wieder nach Regen aus heute...

meene majisterarbeit

Fertig!!!

janz zufällig...

mitch

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bewegt unterwegs...

der senf dazu...

John
Pretty portion of content. I just stumbled upon your...
Smithc642 (Gast) - 25. April, 15:23
Toll
Toller Blog, weiter so!
Stephan (Gast) - 22. März, 11:13
Whaddup?
Hier jeht nix ab ausser der Putz von den Wänden, Mann.
Icke (Gast) - 26. Januar, 17:20
ob hier jemals das naechste...
ob hier jemals das naechste level erreicht wird?
tut nix zur sache (Gast) - 5. Januar, 11:13
Hahahaha...
...Vogel. Aber schicket Rad, Alter. Nimmste mich ma...
Icke (Gast) - 10. Juni, 12:13
Der Schwachsinn liegt...
Der Schwachsinn liegt im Auge des Betrachters... oder...
Student, nicht fußball schauend, spielend oder liebend (Gast) - 20. Mai, 23:17
Schwachsinn
Sowas kann nur jemand schreiben, der nicht weiß wie...
Gina (Gast) - 18. Mai, 15:48
jeschenkt is jeschenkt....
jeschenkt is jeschenkt. mann.aber wahrscheinlich sagt...
wat? (Gast) - 17. April, 23:01
super, anderer leute...
super, anderer leute pfand verzocken
transrapid (Gast) - 12. April, 22:31
senatsausschuss
senatsausschuss
mehr bier (Gast) - 10. April, 19:00

wat ick lese...

niveaulose schwedische Krimis

wat ick höre...

Zu viele Beschwerden darüber, dass hier nichts passiert!

der p.log besuchten...

ick suche...

 

der p-log statistisch

Online seit 7309 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 25. April, 15:23

so was linkes...

blöger & tagebücher www.henningbommel.de Hennes Heimseite www.paddi-mit-i.de
der wo sich ohne y schreibt www.robertwagner.info Nicht der Schauspieler! www.gnatzball.de
na Karstens... web.mac.com/dhfr
der Herr Frank Rolfs twoday.beeen.net
ta včeeela uppsuli.twoday.net
Neues aus äh... also von Ulli (mit zwei L) www.myspace.com/klemmi1
Klemmi auf Tour

radsportive neuigkeiten www.cyclingnews.com
Denn Wissen ist Macht. www.radsportnews.com
Denn Halbwissen macht nichts.

ostmitteleuropäische neuigkeiten www.pragerzeitung.cz
Der Name ist Programm. www.praguepost.com
The Czech Republic in the World.
www.budapester.hu
Wie in Prag nur in Budapest. www.budapestsun.com
Gulasch & Co. www.slovakspectator.sk
Der Beobachter der Slovakei. www.warsawvoice.pl
In der Welt daheim, in Warschau zu Hause.

pailos netztipps www.stupipedia.org
Die Wikipedia für Arme. www.lidice-memorial.cz
Wo ich praktizierte...

linkes für pokročilé... slovnik.seznam.cz
Tschechisch-Fremdsprache, Fremdsprache-Tschechisch
Vyborně!
www.reflex.cz
Reflex. Spolčenský Týdeník.
Der Spiegel. Nur besser! ...und billiger.
www.respekt.cz
Respekt. Časopis.
DIE sehr respektable WochenZEITschrift...
www.radio.cz
Die tschechische Welle Alles was ihr schon immer über Tschechien wissen wolltet, aber euch nie zu fragen trautet. Sogar in Deutsch!
www.blisty.cz/
Mlada Fronta Dnes Online Alles, über das tschechische Zeitungen nicht schreiben

kommerzielles www.bikekult.de
DER Radladen in Berlin. www.csm.de
Sportler aus erster Hand...