Dienstag, 6. März 2007

New Europe REVISITED

Das Rumsfeld'sche Wort vom neuen Europa zeitigt mittlerweile tatsächliche Konsequenzen. Nach dem Motto "Wenn du lieb bist, bekommst du einen Keks" hatte der US-amerikanische Präsident Breshnew Anfang des Jahres Polen und Tschechien angeboten in das Raketenabwehrsystem integriert zu werden. In Polen würden die Raketensilos stationiert werden, in Tschechien das dazu notwendige Radarsystem. In der tschechischen Gesellschaft ist das Thema Radar (radar) allgegenwärtig. Laut einer aktuellen Umfrage sind 70% der Bevölkerung dagegen - einige erinnern sich auch noch an das Versprechen vom Anfang der neunziger Jahre nach deutscher und sowjetischer Okkupation nie wieder fremde Soldaten auf dem Staatsgebiet zu stationieren. Soweit des Volkes Stimme... Denn die tschechische Regierung hat an diesem Montag beschlossen die Verhandlungen über das Radar mit DEN Staaten aufzunehmen.
Und das erinnert mich doch sofort an unseren allseits verehrten Freizeitpopulisten und ehemaligen Kriegsmin... äh Außenminister Joseph Martin Fischer, der - aufgrund seiner jahrzehntelangen politisch-philosophischen Arbeit als... äh... na... Taxifahrer - zur EU-Verfassung eine Volksabstimmung mit den WortenDas Volk hat davon doch sowieso keine Ahnung!
(Joseph Martin F., damals)
ablehnte. Letztendlich ist es doch schön zu sehen, dass das neue Europa vom alten Europa geistig gar nicht so weit weg ist.

Donnerstag, 1. März 2007

Kleinere Dramen der Weltgeschichte

(Irgendwann am Beginn des 21. Jahrhunderts, ein Zimmer irgendwo in der Schweiz, links eine moderne Designerschrankwand mit einem 42’’ LCD-Bildschirm vor dem auf einem Sessel ein braungebrannter Mittdreißiger sitzt, der hin und wieder zusammenzuckt und flucht, rechts eine Tür, durch die ein älterer Herr mit weißem Haar, beginnender Halbglatze und starkem holländischen Akzent hereintritt.)
Älterer: Du, Jan, ich muss mit dir reden.
Jüngerer: [sieht von seiner Playstation 2 auf und lächelt] Ah, hast du endlich den neuen Fat-Burner bekommen?
Älterer: Nein, aber hör mir jetzt mal zu, das hier geht uns beide etwas an. Dich und mich.
Jüngerer: [sein sympathisches, jungenhaftes Lächeln erstarrt]
Älterer: So kann das nicht weiter gehen. Wir müssen etwas ändern.
Jüngerer: [bestürzt] Du meinst doch nicht etwa... noch... noch mehr?
Älterer: Wir können nicht immer nur trainieren, wir müssen auch mal was Richtiges machen.
Jüngerer: [atmet erleichtert auf]
Älterer: Also diese EPO-Kuren - ja - die können wir uns sparen. Ich hab da was ganz Neues. Das machen jetzt alle...
Jüngerer: [das sympathische, jungenhafte Lächeln kehrt zurück]
Älterer: ...ich sag nur: Spanien! Frag mal den Jörg wie das abgeht.
Jüngerer: [wendet sich wieder der Playstation 2 zu] Okay, wenn du meinst...
Älterer: [öffnet seine Bauchtasche] So. Und jetzt halt mal deinen linken Arm ganz locker... Sag mal, hast du eigentlich einen Hund?

Dienstag, 27. Februar 2007

der p-log EXKLUSIV *** Freiheit für Ullrich ***

Das wäre längst kein Beweis von Manipulation. Jeder Bürger darf von sich Blutreserven anlegen lassen.
(Wolfgang S., BAMS 25.02.2006)
Klar. der p-log hat unter diesem Gesichtspunkt noch mal schnell unser Grundgesetz überflogen. Diese Nazijustiz hat keine Chance! Es wird nicht explizit verboten. Auch diese Reserven bei - sagen wir mal einfachheitshalber - einem beliebigen spanischen Gynäkologen im Kühlschrank einzulagern, scheint unseren Gründungsvätern 1949 nicht als Gefahr der rechtsstaatlich-demokratischen Grundordnung erschienen zu sein. Im Zuge der europäischen Integration kann man dies sogar explizit befürworten: Wenn der spanische Gynäkologe das billiger machen kann als sein deutscher Kollege, nur zu, Jan, nur zu. Am Ende siegt nämlich der Verbraucher, weil der Preis für die Einlagerung angereicherter äh eigener Blutreserven in den Kühlschränken europäischer Gynäkologen immer weiter sinkt! Ganz klar: Dieser Mann ist ein Märtyrer für die deutsche Rechtsstaatlichkeit und den europäischen Wettbewerb, deshalb fordert der p-log alle Leser auf sich ein weiteres Mal eindeutig für unsere Demokratie zu positionieren:

Hört endlich mit der Verleumdungskampagne auf und sprecht diesen offensichtlich unschuldigen Mann frei!

Darüber hinaus möchte der p-log noch dazu auffordern endlich einen Zusatz in §3, Absatz 3 des Grundgesetzes einzufügen:

§3 (3): Niemand darf wegen seine Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen und politische Anschauungen sowie seiner Dummheit benachteiligt oder bevorzugt werden.

Montag, 26. Februar 2007

Der postmoderne Blog

[...]

Freitag, 23. Februar 2007

Der Preis der Information

Eine typische Eigenschaft planwirtschaftlicher Systeme war (und ist) der von Grund auf verschiedene Verteilungsmechanismus. In einer Wirtschaft, wo Geld nicht das höchste Gut ist, werden andere, eigentlich recht triviale Sachen plötzlich wertvoll, weil sie im Gegensatz zu Geld eben nicht im Überfluss vorhanden sind. Tütensuppen, Scheuerpulver, Spaghetti oder auch Farbverdünner. Ganz egal. Am wertvollsten aber wird das Wissen, oder genauer, die Information. Die Information was, wo, wann und wie passiert, die in Marktwirtschaften zwischen relevanten Bereichen zu Gunsten höherer Ziele – Profitmaximierung, Renditeerhöhung, Kapitalwertschöpfung – ohne oder zu geringen Kosten frei fluktuiert, wird in Planwirtschaften zum unbezahlbaren und schwer gehüteten Monopol. Dies lässt sich nicht nur in der Geschichte studieren, sondern in den ehemals kommunistischen Ländern an alltäglichen Beispielen. Denn – und jetzt aufgepasst, liebe Ökonomen – das Verhalten von Menschen wird nun mal von eigenen Erfahrungen, gesellschaftlicher Sozialisierung und persönlicher Weltanschauung bestimmt und nicht von deterministisch-naturrechtlichen Apologien eines wirtschaftlichen Rationalismus.
Was soll das nun wieder heißen? Machen wir da mal ein ganz einfaches Beispiel, welches sich gerade anbietet: Tschechien, Prag, Karlsuniversität. Auf den Universitätsseiten im Internet und an den Aushängen im Fakultätsgebäude lässt sich an mindestens fünf verschiedenen Stellen nachlesen, dass ein Lektürekurs zur tschechischen Gesellschaft zwischen 1780 und 1948 stattfindet. Diese Information ist an und für sich wertlos, deshalb auch jedem frei zugänglich. Denn wann und wo genau dieser Kurs stattfindet, lässt sich nirgends auch nur annähernd entnehmen. Diese Information ist sehr wertvoll und wird deswegen auch nicht herausgegeben. Da nicht einmal eine Kontaktadresse angegeben ist, kann man sich diese Information wahrscheinlich nur durch mühseliges Klinkenputzen, sprich Herumfragen, beschaffen. Und das ist ein Preis, den ich als erfolgreich sozialisierter Konsument marktwirtschaftlicher Prägung nicht bereit bin zu zahlen. Denn eines ist in der Marktwirtschaft wahrscheinlich noch knapper und wertvoller als Geld: Zeit!

Nochmal – um gleich eventuellen Missverständnissen und einer wieder einmal nicht zu bewältigenden Kommentarflut vorzubeugen – ich zitiere:
Die Information, die [...] zwischen relevanten Bereichen [...] frei fluktuiert.
(der p-log, vor ca. 2 Minuten)
Die Information fluktuiert niemals zwischen allen Bereichen der Gesellschaft! Relevante Bereiche wären da in meinen Augen zum Beispiel: Produzent – Konsument, Professor – Student, VW-Vorstandsmitglieder – Bordelle in Brasilien, CDU – Schweizer Banken, Jan Ullrich – Dr. Fuentes, Adolf äh Edmund Stoiber – niemand, der plog – ihr. Leute außerhalb dieser Bereiche gehen die jeweiligen Informationen auch nichts an.

Mittwoch, 21. Februar 2007

Prag für Eingeschlafene

Derselbe Grund wie gestern. Eine ausgewogene Mischung zwischen Inhalt und Bebilderung ist eigentlich nicht hinzukriegen. Deshalb heute wieder ganz klar die optisch veranlagten Sterne im Vorteil, sprich: Ein weiteres Kapitel aus dem Leben Prags. Diesmal: Ein nächtlicher Streifzug um den Wenzelplatz.

vaclavskenamesti
- Der Wenzelplatz (Vaclavské naměstí), der Alexanderplatz Prags - sprich: das Zentrum, vom Museum aus gesehen. Gewissermaßen dem heiligen Wenzel über die Schulter geschaut. In der heutigen Zeit nichts spektakuläres, aber vor hundert Jahren - wo es hier schon genauso bunt aussah - die Champs-Élysées des Ostens.

muzeum
- Der Blick zurück auf das Nationalmuseum (Narodní muzeum). Hier manfestierte sich im 19. Jahrhundert die tschechische Nation erstmals in einer (für jeden sichtbaren) Institution. Auch das kann heute niemand mehr von den Socken hauen, der mit Hochgeschwindigkeit im Internet surft. Aber damals, ja damals...

hlavninadrazi
- Und noch etwas aus dem 19. Jahrhundert, was heute keiner mehr benutzt. Der Hauptbahnhof. Das ist das wo Adolf äh Edmund Stoiber immer ins Flugzeug einsteigen will.

Dienstag, 20. Februar 2007

Prag für Eingeweichte

Ok, momentan fühle ich mich intellektuell nicht gerade herausgefordert - nichts setzt den inneren Beobachter wirklich in Bewegung. Die gute alte graue Masse siecht gemächlich dahin und genießt einen ersten Ausblick auf den Frühling... (, der jetzt auch erstmal wieder vorbei scheint.) Deswegen - einige mögen aufatmen - wieder nur einige Bilder, die ich auf meinen wochenendlichen Streifzügen durch die Stadt gesammelt habe.

staremesto
- Der Ausblick vom Biergarten in den Letenské sady auf die unzählbaren Türme und Kuppeln der Altstadt. Wenn es nur etwas wärmer wäre, ließe es sich hier prima aushalten. Die Czechen stört das natürlich nicht ;-)

hradcany
- Auf dem Abstieg von den Letenské sady taucht die spätnachmittagliche Vorfrühjahrssonne (vielleicht auch das eine oder andere Bier) die Burg in ein gleisendes, goldenes Licht.

Samstag, 17. Februar 2007

Ein Auge auf die tschechische Kultur - Heute: Svátek

Der bei uns so weit verbreitete Geburtstag spielt in Tschechien keine so große Rolle, hier begeht man vielmehr den Namenstag (svátek) als persönlichen Feiertag. Und wenn man sich das mal genauer überlegt, hat das auch ne ganze Menge Vorteile. Eigentlich genau zwei, nicht mehr, und nicht weniger.
  1. Zunächst kann man als Eltern im vorhinein bestimmen, dass zu wichtigen Ereignissen (Frühjahrsklassiker, Landesrundfahrten, Olympische Spiele, Biathlohnweltcups u.ä.) keine Horden fremder Kinder oder lästiger Verwandter zwecks einer Feier das eigene Haus bevölkern. Außerdem ist man nicht mehr auf den Zufall angewiesen, wenn man den Feiertag des Kindes kostensparend auf ein anderes kommerzielles Großereignis wie Nikolaus (Nikolaus, Klaus, Nicole), Weihnachten (Adam, Eva) oder den Kindertag (Justin, Regina) legen will.

  2. Das untransparente sich-Geburtstage-merken und das sich-auch-noch-rechtzeitig-daran-erinnern wird endlich durch ein einfaches, transparentes und jedem zugängliches System ersetzt. Spätestens beim Bäcker an der Ecke fällt einem dann der Name eines guten oder wenigen guten Freundes auf der Tafel oberhalb der von Wespen umschwirrten Quarktaschen ins Auge und man kann zumindestens noch rechtzeitig den obligatorischen Anruf in die Wege leiten.
Deshalb fordert der p-log: Nieder mit den Geburtstagen! Feiert mehr Namenstage!

der p-log

Mensch, det sieht doch schon wieder nach Regen aus heute...

meene majisterarbeit

Fertig!!!

janz zufällig...

neues-jahr

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bewegt unterwegs...

der senf dazu...

John
Pretty portion of content. I just stumbled upon your...
Smithc642 (Gast) - 25. April, 15:23
Toll
Toller Blog, weiter so!
Stephan (Gast) - 22. März, 11:13
Whaddup?
Hier jeht nix ab ausser der Putz von den Wänden, Mann.
Icke (Gast) - 26. Januar, 17:20
ob hier jemals das naechste...
ob hier jemals das naechste level erreicht wird?
tut nix zur sache (Gast) - 5. Januar, 11:13
Hahahaha...
...Vogel. Aber schicket Rad, Alter. Nimmste mich ma...
Icke (Gast) - 10. Juni, 12:13
Der Schwachsinn liegt...
Der Schwachsinn liegt im Auge des Betrachters... oder...
Student, nicht fußball schauend, spielend oder liebend (Gast) - 20. Mai, 23:17
Schwachsinn
Sowas kann nur jemand schreiben, der nicht weiß wie...
Gina (Gast) - 18. Mai, 15:48
jeschenkt is jeschenkt....
jeschenkt is jeschenkt. mann.aber wahrscheinlich sagt...
wat? (Gast) - 17. April, 23:01
super, anderer leute...
super, anderer leute pfand verzocken
transrapid (Gast) - 12. April, 22:31
senatsausschuss
senatsausschuss
mehr bier (Gast) - 10. April, 19:00

wat ick lese...

niveaulose schwedische Krimis

wat ick höre...

Zu viele Beschwerden darüber, dass hier nichts passiert!

der p.log besuchten...

ick suche...

 

der p-log statistisch

Online seit 7309 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 25. April, 15:23

so was linkes...

blöger & tagebücher www.henningbommel.de Hennes Heimseite www.paddi-mit-i.de
der wo sich ohne y schreibt www.robertwagner.info Nicht der Schauspieler! www.gnatzball.de
na Karstens... web.mac.com/dhfr
der Herr Frank Rolfs twoday.beeen.net
ta včeeela uppsuli.twoday.net
Neues aus äh... also von Ulli (mit zwei L) www.myspace.com/klemmi1
Klemmi auf Tour

radsportive neuigkeiten www.cyclingnews.com
Denn Wissen ist Macht. www.radsportnews.com
Denn Halbwissen macht nichts.

ostmitteleuropäische neuigkeiten www.pragerzeitung.cz
Der Name ist Programm. www.praguepost.com
The Czech Republic in the World.
www.budapester.hu
Wie in Prag nur in Budapest. www.budapestsun.com
Gulasch & Co. www.slovakspectator.sk
Der Beobachter der Slovakei. www.warsawvoice.pl
In der Welt daheim, in Warschau zu Hause.

pailos netztipps www.stupipedia.org
Die Wikipedia für Arme. www.lidice-memorial.cz
Wo ich praktizierte...

linkes für pokročilé... slovnik.seznam.cz
Tschechisch-Fremdsprache, Fremdsprache-Tschechisch
Vyborně!
www.reflex.cz
Reflex. Spolčenský Týdeník.
Der Spiegel. Nur besser! ...und billiger.
www.respekt.cz
Respekt. Časopis.
DIE sehr respektable WochenZEITschrift...
www.radio.cz
Die tschechische Welle Alles was ihr schon immer über Tschechien wissen wolltet, aber euch nie zu fragen trautet. Sogar in Deutsch!
www.blisty.cz/
Mlada Fronta Dnes Online Alles, über das tschechische Zeitungen nicht schreiben

kommerzielles www.bikekult.de
DER Radladen in Berlin. www.csm.de
Sportler aus erster Hand...