Wie lange noch dürfen solche Chaoten unser Land vor allen Augen der Welt blamieren?
Ein verkleideter Demonstrant provoziert mit einem Staubwedel die Polizei.
NDR Online, Bilderstrecke 06.06.2007 Wann bekommt Herr Schäuble endlich die von ihm geforderten Vollmachten um mit GSG9, Bundeswehr, KSK und Gestapo äh Verfassungsschutz gegen solche gemeingefährlichen, langhaarigen, ungewaschenen, immer unzufriedenen, bombenlegenden, staatsgefährdenden Schmarotzer (Studenten) vorzugehen? Nicht Tränen- sondern Giftgas heißt die Lösung, Herr Schäuble! Schaffen sie wieder Recht und Ordnung in unserem Land, notfalls auch unter Abschaffung desselbigen...
...und so wie ich den Saftladen kenne, durften die Polizisten bestimmt nicht einmal ihre staubwedelsicheren Westen anziehen, um die "Demonstranten" nicht unnötig zu provozieren...
Zugegeben es gibt interessantes als über 70 Jahre alte Zeitungen für die Magisterarbeit nach geeignetem Quellenmaterial zu durchsuchen. Aber ab und zu gerät man dabei doch ins Schmunzeln, da manche Meldungen aus unserer schnelllebigen - und ersichtlicherweise auch rechtschreibreduzierten äh reformierten - Gesellschaft im Hochgeschwindigkeitsinternetzeitalter doch nicht so neu wie man meinen könnte. Ich habe da mal wahllos ein paar Überschriften aus den März- und Aprilausgaben des Prager Tagblattes von 1926 herausgegriffen:
Konfliktherd Pälestina Vereinigte Staaten: Streit um Weltgerichtshof Schüsse in Nordirland
Gut zu wissen, dass es noch einige Konstanten in der heutigen Zeit gibt... Am meisten hat mich allerdings dieser Artikel beeindruckt:Schiebungen beim Sechstagrennen in Dortmund.
Der Sportleiter der Dortmunder Westfalenbahn hatte durch eine Indiskretion erfahren, daß die am Dortmunder Sechstagrennen beteiligten Paare Ban Rek-Thollembeek, Degraevc-Bunsse und Persen-Verschelden einen gegenseitigen Unterstützungsvertrag eingegangen waren. Ban Rek hatte außerdem den beiden übrigen Paaren eine Entschädigung versprochen, falls er mit Thollembeek das Rennen gewinnen sollte. Nachdem diese Zustände aufgedeckt wurden, schied Ban Rek aus und später auch sein Partner Thollembeek, der von den Kombinationen des Holländers nichts gewusst haben soll. Die Angelegenheit wird noch den Verband Deutscher Radrennbahnen beschäftigen.
(Prager Tagblatt, 18.03.1926, S. 6)Also so was Ungeheuerliches würde heutzutage glücklicherweise bestimmt nicht mehr passieren...
Smetana, Dvořák, Karel Gott. Das wären wahrscheinlich die drei Antworten, die man erhalten würde, wenn man auf der Straße eine spontane Umfrage zum Thema Große tschechische
Musiker machen würde. Zumindest neben Hä?, Einen was? und Tschätschitsch? Ist das was zum essen?...
Doch diesen Zeiten sind lange vorbei. Die zeitgenösische tschechische Musik hat mittlerweile auch das typische Facettenreichtum des postindustriellen Kommunikationszeitalters der Generation Bildzeitung angenommen. Česko hledá superstar (Tschechien sucht den Superstar) und das inbegriffene Scheitern ist natürlich auch hier ein Begriff. Aber wen interessiert das schon? Denn glücklicherweise gibt es neben Siebziger-Jahre-Schlager und Superstar-Nichtigkeit auch noch ein paar sehr hörenswerte tschechische Musikgruppierungen. Sie alle aufzuzählen wäre sinnlos, deshalb sei hier nur mein absoluter Favorit vorgestellt: Sto Zvířat (Hundert Tiere). Das sind gewissermaßen die Die Ärzte von Tschechien. Mit hochintelligenten bis sinnfreien Texten inklusive wirklich beherrschter Instrumente begeistern sie ein - naja Millionenepublikum wäre übertrieben in Tschechien - eine ganze Menge von Leuten eben...
Ok. Die Qualität haut nicht vom Hocker, aber die Stimmung sollte doch rübergekommen sein...
Unsere ultraindividualistische Gesellschaft, in der viele meinen die verfassungsrechtlich verbriefte Freiheit bedeutet, dass sie auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen müssen, generiert am laufenden Band Zustände, die sich negativ auf die Gesundheit des Einzelnen auswirken können. Rücksichtlose Bürger frönen ihrem Hobby und schädigen damit nicht nur sich sondern auch ihre Mitmenschen. Ganz klar, ich rede natürlich von der Sucht des Fensteraufmachens. Nur um ihrem krankhaften Verlangen nach Frischluft nachzugehen öffnen diese Leute überall und ständig die Fenster und setzen damit den an Allergien leidenden Großteil der Bevölkerung einem Gesundheitsrisiko aus. Mit etwas mehr Rücksicht gegenüber den normalen Menschen wäre das natürlich kein Problem, aber mit fadenscheinigen Ausreden, die auf die Qualität und Temperatur der Luft eines wie auch immer geschlossenen Raumes abzielen, versuchen sie ungerechtfertigterweise ihre Sucht schön zu reden. Doch damit ist jetzt Schluß!
Der der p-log fordert den Gesetzgeber hiermit auf endlich Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung zu treffen:
Fensteröffnungsverbot in allen öffentlichen Einrichtungen und den Transportmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs sowie in den Zügen der deutschen Bahn!
Spezielle, vom Rest der Lokalität abgetrennte Zimmer in Restaurants, Kaffees und Kneipen, wo das Fensteröffnen für diese Menschen erlaubt!
Einrichtung von extra gekennzeichneten Frischluftecken vor Schulen, Universitäten, Krankenhäusern und öffentlichen Ämtern!
Auch sollte einigen Leuten mal erklärt werden, dass es durch Fensteröffnen in einem Raum nicht kälter wird, wenn die Temperatur dieses Raumes unterhalb der Außentemperatur liegt. Dasselbe gilt auch für die Luftfeuchtigkeit...
Jetzt ist die Zeit gekommen endlich reinen Tisch zu machen und das Kartell des Schweigens zu brechen (der p-log berichtete: http://plog.twoday.net/stories/3753499/main ). Wacht endlich auf! Das ganze System ist doch faul und stinkt bis zum Himmel! Kriminelle Randbereiche eines völlig vom Marktprinzip durchdrungenen Leistungssports als frühes Experimentierlabor inzwischen längst gängiger Deregulierungsschweinereien, wenn man so will. Während sich die Telekom-Belegschaft aktuell im Streik gegen den geplanten Stellenabbau befindet, drängen sich angesichts dessen Mad-Max-ähnliche Endzeitphantasien auf, wie die sozialen Kämpfe von morgen aussehen könnten. Mal ganz ehrlich: EPO für Briefträger - wirklich so unvorstellbar? Ans nackte Brutalo-Prekariat des Fahrradkurierwesens mag man da lieber erst gar nicht denken.
(junge Welt, 24.05.2007, S. 16) Der der p-log möchte Schluß machen mit dieser Spirale aus Schuld und Beschuldigung. Daher bieten wir hier ein Forum für alle, um sich ein für alle mal von den Sünden der Vergangenheit zu befreien (Generalamnestie eingeschlossen)! Natürlich gehen wir da auch mit gutem Beispiel voran:
Ich gestehe...
...bei meiner schriftlichen Abiturprüfung in Mathematik und Geschichte durch heimlich Einnahme von Dextro-Energen meine Leistung unerlaubt gesteigert zu haben. Ich bin bereit die Folgen dieses Handeln in vollem Umfang zu tragen, bitte aber zu bedenken, dass das damalige System der Notengebung mich gewissermaßen zu diesem Schritt getrieben hatte.
Ein wenig enttäuscht bin ich schon. Niemand aus der werten Leserschaft ist bei unserem Freitagsrätsel über die 33% Hürde entscheidend hinausgekommen – eine Zielfotoentscheidung im Ortsgruppensprint sozusagen. Die Jury hat nach eingehendem Studium der Sachlage entschieden, dass der Hauptpreis an A. Müller (wohnhaft in Berlin, Adresse der Redaktion bekannt) geht. Seine Antwort lautete:1. Bier, 2. Bier, 3. Bier ?!?
(Andy M., 18.05.2007 23:10:13)Auch hier ist leider nur die erste Antwort richtig, allerdings hat die Jury eine so fundamentale Kenntnis des Tschechentums nachhaltig beeindruckt. Nochmals einen herzlichen Glückwunsch an den Gewinner und Dank für alle eingesandten Zuschriften.
Zur Auflösung: České Budějovice, das Industriezentrum Südböhmens! Es war doch so einfach... Nun gut. Was gibt es also in und um Budweis zu bewundern?
1. Die Budweiser Brauerei (Budvarský Pivovar): DIE Bierbrauerei schlechthin. Ok. Zusammen mit der Staropramenbrauerei bei mir um die Ecke. Und der Pilsner Brauerei. Man sollte auch nicht die Krušovice Brauerei in Hradec Králové vergessen. Ebenfalls nicht äh... wo war ich? Jedenfalls das hier gebraute Bier heißt nicht [Buht|wei|:ser] sondern [Bud|wei|ßer], das gilt es auf jedenfalls zu beachten, wenn man sich nicht als ignoranter Frosch äh... Westeuropäer bloßstellen möchte.
2. Die Ko-hi-nor-Fabrik: Ko-hi-nor! Nicht etwa eine Schuhfabrik in Südkorea, wo unweit von Seoul kleine Kinder teure Adidasschuhe zusammenleimen. Nein! Ko-hi-nor! Eine Stiftfabrik in Südböhmen, wo unweit von České Budějovice kleine Kinder äh... tschechische Unterschichtler äh... ungelernte Arbeitskräfte teure Stifte zusammenschrauben.
3. Das Atomkraftwerk Temelin. Wegen dieser „Fabrik“ haben an dem gleichen Wochenende österreichische Aktivisten, 14 der 16 Grenzübergange zu Tschechien blockiert... Und damit Südböhmen vor dem erwarteten Ansturm österreichischer Touristen bewahrt – österrein gehalten, möchte man da fast sagen. Natürlich völlig zu unrecht. Denn Temelin vereint doch das beste aus russischer und amerikanischer Technologie in nur einem Reaktor, was kann da schon passieren? 110% sicher! Und die üblichen Ausfälle der Kühlaggregate aller zwei Woche – mein Gott, wie kleinlich diese Schluchtenscheißer doch sind – geht deren Kühlschrank nicht auch ab und zu mal kaputt?
(An einem verschwiegenen Ort sitzen drei Männer in einem Café. Es ist vermutlich später Vormittag. Ein vierter Mann kommt hinzu, steigt von seinem Rad und geht zu den anderen.)
Vierter: (nickt stumm)
Die anderen: (begrüßen ihn schweigend)
Vierter: (setzt sich ohne etwas zu sagen an den runden Tisch)
Erster: (hebt den Kopf und blickt den Vierten prüfend an)
Vierter: (erwidert den Blick zunächst, senkt aber dann den Kopf)
Kellnerin: (kommt an den Tisch) Darfs bei ihnen auch was sein? Vierter: (schüttelt den Kopf)
Zweiter: (stößt den Dritten mit dem Elbogen an und deutet mit dem Kopf in Richtung der verschwundenen Kellnerin)
Dritter: (grinst doppeldeutig)
Erster: (guckt beide fragend an)
Zweiter: (nickt)
(Ein Mobiltelefon piept.)
Vierter: (holt sein Mobiltelefon heraus und liest eine Nachricht, schlägt seine Hand entsetzt vors Gesicht und zeigt die Nachricht dem Ersten)
Erster: (liest die Nachricht und schüttelt den Kopf)
Zweiter und Dritter: (richten fragend Blicke an die anderen beiden)
Vierter: (winkt resigniert ab)
Erster: (schaut stumm auf den Horizont)
linkes für pokročilé...
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Tschechisch-Fremdsprache, Fremdsprache-Tschechisch
Vyborně!
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Reflex. Spolčenský Týdeník.
Der Spiegel. Nur besser! ...und billiger.
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Respekt. Časopis.
DIE sehr respektable WochenZEITschrift...
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Die tschechische Welle
Alles was ihr schon immer über Tschechien wissen wolltet, aber euch nie zu fragen trautet. Sogar in Deutsch!
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Mlada Fronta Dnes Online
Alles, über das tschechische Zeitungen nicht schreiben