Ein Stammcafé... Mein Stammcafé. Die Kavarna
V sedmém nebi (Im siebten Himmel). Die werde ich auf jeden Fall vermissen in Berlin, wo sich die typische Lokalität zwischen einer hippen und immer überfüllten Bar, einem durchschnittlichen Café, wo jemand seine gesamte DDR-Einrichtung entsorgt hat und einer Schultheiß-Eck-Kneipe mit nikotingelben Vorhängen bewegt... *seufz*
Einem Ort, wo man mich kennt und schätzt, weil ich wahrscheinlich viel zu großzügige Trinkgelder gebe... *seufz*

- Kein mediterannes Draußensitzen bei durchschnittlichen Temperaturen, nein, so cool sind wir hier nicht...
Einem Ort, wo man stundenlang im Internetz surfen kann und alles was man dafür tun muß, ist ein kühles, frischgezapftes, tschechisches Bier zu trinken... *seufz*
akberlin - 29. Juni, 17:30
Mein Aufenthalt in der unvergleichlichen
Tschechischen Republik geht definitv auf sein Ende zu. Ab ersten Juli - pünktlich zur zweiten Hälfte des Jahres - werde ich also wieder in Berlin sein. Zeit noch einmal zurück zu blicken auf fast ein Jahr im tschechischsprachigen Ausland und auf all die Sachen, die ich hier mehr oder weniger schätzen gelernt habe, aber die mir in Berlin auf jeden Fall fehlen werden...
Ein ganz großes Ereignis war immer das Be- und Entreten der U-Bahnhöfe, die liegen nicht etwa wie in Berlin 20cm unter der B5, sondern ähnlich wie in Moskau in der Nähe vom Erdmittelpunkt. Kein Wunder, standen doch die sowjetischen Freunde ihren tschechischen Genossen auch hier "beratend" zur Seite als die ersten Linien gebaut wurden.

- ...ein Licht am Ende des Tunnels...
Trotz einer beachtlichen Steigung und eines zügigen Tempos kann es unter Umständen über eine Minute dauern, bis man tatsächlich den U-Bahnhof verlassen kann... Hier steht man auch noch wohlgeordnet auf der rechten Seite. (
Merke: Rechts stehen, links gehen!) Nicht so in Berlin! Wo Zucht und Ordnung schon lange verschwunden sind...
akberlin - 28. Juni, 16:17
Der erste Präsident der tschechoslowakischen Republik, der Philosophieprofessor Thomas Garrigue Masaryk, der liebevoll immer nur TGM genannt wird und als so etwas wie der Vater aller Tschechen apostrophiert wird, sagte einmal über sein Volk aus, dass es eine kleine Nation wäre. Abgesehen von der Größe, die auch für nicht Philosphieprofessoren ersichtlich ist, zielte er damit auf Charakter und Mentalität seiner Mitbürger ab - genauer - den kollektiven Minderheitskomplex. Dieser drückt sich vornehmlich darin aus, dass man alle möglichen Ergeignisse die Tschechien respektive Tschechen passieren besonders hervorhebt, als ob man sagen wollte: "Seht her, wir sind genauso vollwertig wie jede andere Nation auch." In diesem Zusammenhang sollte man auch die Schlagzeile der heutigen Bild äh Blesk lesen: Flugzeug abgestürzt! Darunter auch Tschechen!
(26.06.2007, Blesk, S. 12; eigene Übersetzung) Gut - zugegeben - in der Übersetzung geht die Euphorie etwas verloren. Aber wenn irgendwo in Kambodscha ein Flugzeug vom Himmel rasselt, wo mindestens zwei Tschechen drinne sitzen, dann ist das für das kollektive Selbstverständnis doch sehr beruhigend: "Ja. Wir gehören zu den Großen, wir sind wer. Lies mal die Nachrichten..."
akberlin - 26. Juni, 14:49
...könnte mitunter zu Komplikationen führen, da die Stadt Prag scheinbar den einstelligen PS-Wagen nur einen sehr begrenzten Raum zur Verfügung stellt.
Und das ist auch gut so! Andererseits würden die Pferdewagen Prag nahezu überfluten, wie die besoffenen Briten, die nervigen Italiener oder die peinlichen Deutschen. Also wenn ihr das nächstes mal mit eurer Kutsche nach Prag kommt, seid gewarnt, denn dieses Verbot gilt hier vielerorts...

...bei Tag,...

...bei Nacht und...

...selbsverständlich auch bei Sachsen!
akberlin - 20. Juni, 09:03
(Sonntag nacht, vermutlich gegen 3 Uhr, ein dumpfes, sich in regelmäßigen Abständen wiederholendes Knallen stört den um diese Zeit üblichen Schlaf der Bevölkerung.)
Junge #1: (tritt gegen die Front eines roten Fiat Panda)
Junge #2: (schaut dabei zu)
(Es öffnet sich ein Fenster und ein jüngeres Paar schaut heraus.)
Er: Geh lieber ins Fitnessstudio, wenn du Bewegung brachst!
Junge #2: Was willst du, Arschloch?
Sie: Hör sofort auf damit oder wir rufen die Polizei...
Junge #1: (tritt erneut gegen die Front des roten Fiat Panda)
Junge #2: Glaub ich nicht...
Sie: Doch, kannst du glauben!
Junge #2: Eher nicht...
Junge #1: (tritt erneut gegen die Front des roten Fiat Panda)
Er: Hör auf oder ich komme runter!
Junge #1: (schaut zu den beiden herauf)
Junge #2: Eher nicht...
Junge #1: (tritt erneut gegen die Front des roten Fiat Panda)
(Beide gehen Weg vom Fenster.)
Junge #2: Arschlöcher!
Junge #1: (tritt erneut gegen die Front des roten Fiat Panda)
Junge #2: Komm wir gehen.
(Beide gehen. In regelmäßigen Abständen ein leiser werdendes, dumpfes Knallen...)
Anmerkung der Redaktion:
Alle hier geschilderten Gegebenheiten sind nicht frei erfunden, sondern haben mich sogar um meinen wohlverdienten Nachtschlaf gebracht.
akberlin - 18. Juni, 10:25
Tischfußball ist was für Frauen und Westeuropäer (siehe auch: Metrosexualität). Der echte Mann, pardon, der echte czechische Mann spielt Tischeishockey. Schneller, höher, weiter ist hier das Motto. Es gilt auf einem polyvenylchlorid überdachten Spielfeld an vertikalen Stangen gelagerte, um die eigene Achse rotierende Figuren mit Hockeyschläger so zu bewegen, dass der magnetische Puck im gegnerischen Tor landet. Das ganze natürlich begleitet von einer elektronischen (sic!) Spielanzeige mit Nationalhymne und Torjubel. Spiel, Spaß und Spannung garantiert. Der echte Czeche begleitet das Ganze natürlich noch mit einer gehörigen Anzahl von Schimpfwörtern und Flüchen, die - wie auch nicht anderes zu erwarten ist - oberhalb der Zimmerlautstärke liegen...
akberlin - 17. Juni, 23:12
Alter Wein in neuen Schläuchen, Politik in Tschechien. Wie ich mich erinnere schon mehrmals erwähnt zu haben, sind Politiker in Tschechien immer wieder bemüht durch auffälliges Verhalten (Rassismus, Korruption, Populismus,...) die Gunst des Wählers... äh... zu „gewinnen“. Dies hat neuerdings auch Einzug in die zwischenstaatliche Politik gehalten. Als der US-amerikanische Präsident George W. Bush der tschechischen Regierung vor dem G8 Gipfeltreffen einen Kondolenzbesuch abstattete, überreichte ihm die tschechische Verteidigungsministerin Vlasta Parkanova eine selbst gemachte CD. Dort sang sie zur Melodie des alten tschechischen Schlager Buď zdrav, soudruh Gagarin! (Bleib gesund, Genosse Gagarin!) ein Loblied auf das Raketenabwehrsystem, welches die Vereinigten Staaten zum Teil in Tschechien stationieren wollten. Es sei einmal dahingestellt, ob der Herr Präsident das ursprüngliche Lied (und dessen Zweck) kennt, es sei darüber hinaus auch dahingestellt, ob der Herr Präsident überhaupt weiß, wer dieser Genosse Gagarin war, aber wie dem der p-log gestern aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, war er – der Herr Präsident, nicht der Genosse Gagarin – doch sehr gerührt von dieser Geste. Natürlich ist die weitere Entwicklung jetzt im Unklaren und es bleibt abzuwarten, welche Schritte der Herr Oberleutnant... äh Präsident Putin unternimmt, um den Herrn Präsidenten Bush doch noch auf seine Seite zu ziehen und ein gemeinsames US-amerikanische-russisches Raketenabwehrsystem zu errichten. Die Überredungskünste des ersteren gelten ja als legendär. So könnte der Herr Präsident Putin durchaus auch ein kleines Lied singen, zum Beispiel zur allseits bekannten Melodie Neni zadný petrolej v Evropě (Es gibt kein Öl in Europa)... Wie auch immer, die tschechischen Politiker werden auch in diesem Fall bestimmt eine kreative Lösung finden. Alter Wein in alten Schläuchen. In diesem Sinne Buď zdrav, soudruh äh... president Bush!
akberlin - 14. Juni, 21:16
I
Gestern hieß es noch, es seien auch Fahrer der Mannschaft um die Weltmeister Paolo Bettini und Tom Boonen bei der Doping-Razzia (mehr...) von der belgischen Polizei vernommen worden. Das sei falsch, von einem Betreuer sei das Mobiltelefon und das Handy kurz beschlagnahmt worden, ließ das Team verlauten. Es seien jedoch keine illegalen Produkte gefunden worden.
(www.spiegel-online.de, 08.07.2007)Gleich das Mobiltelefon UND das Handy? Hätten diese faschistoiden Schweine dem armen Kerl nicht wenigstens eines von beiden lassen können? Naja, irgendwann meinten selbst die beim Spiegel, dass die belgische Polizei nicht so unmenschlich vorgehen kann und haben das Handy zu einem Laptop geändert.
II
Hier würde ich mich sogar zu der Aussage hinreißen lassen, dass der Weg unmittelbar, sofort, gleich, hier, soeben quasi jetzt aufhört...
akberlin - 9. Juni, 11:59